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Tod des Mango-Gründers: Richterin prüft mögliche Komplizen des Sohnes

Der Mango-Gründer (links) und sein Sohn Jonathan (rechts).
Der Mango-Gründer (links) mit seinem Sohn Jonathan (rechts). Copyright  Mango
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Von Christina Thykjaer
Zuerst veröffentlicht am
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Die Richterin prüft, ob weitere Personen aus dem Umfeld von Jonathan Andic in die Umstände um den Tod des Mango-Gründers verstrickt waren. Die Verteidigung beklagt eine vorweggenommene gesellschaftliche Verurteilung und betont, der Sturz sei ein Unfall gewesen.

Die strafrechtliche Untersuchung zum Tod von Isak Andic, dem Gründer des Textilkonzerns Mango, nimmt eine neue Wendung. Nach Informationen der Zeitung „El País“ weitet die Untersuchungsrichterin in Martorell den Fall aus. Sie will klären, ob weitere Personen beteiligt waren und nicht nur Jonathan Andic, den Sohn des Unternehmers, der weiterhin als Hauptverdächtiger wegen eines mutmaßlichen Tötungsdelikts gilt.

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Laut einem am Mittwoch bekannt gewordenen Beschluss hält die Richterin es für notwendig, die mögliche Rolle von Personen aus dem Umfeld von Jonathan Andic zu beleuchten. Dazu gehört eine Familientherapeutin, in den Akten als J.L. geführt, die nach bisherigen Erkenntnissen an den Plänen des Unternehmersohnes beteiligt gewesen sein oder sie beeinflusst haben könnte, um noch zu Lebzeiten an Teile des Erbes zu kommen.

Die Richterin hat zudem neue Ermittlungsmaßnahmen angeordnet, um Telefonate und Nachrichten zu Jonathan Andic auszuwerten. Im Fokus steht vor allem eine Reise nach Quito in Ecuador im März 2025. Die Ermittler wollen klären, ob es dort Kontakte gab, die helfen, die Ereignisse vor und nach dem Tod des Mango-Gründers zu rekonstruieren.

Jonathan Andic weist jede Verwicklung in den Tod seines Vaters zurück. Er beharrt darauf, dass der Tod auf einen Unfall zurückging. Isak Andic starb im Dezember 2024, nachdem er bei einer Wanderung im Gebirge Montserrat in eine Schlucht gestürzt war. Zunächst stuften die Behörden den Vorfall als Unfall ein. Neue Hinweise veranlassten die Ermittler jedoch, den Fall wieder aufzurollen und den Sohn des Mango-Gründers in den Mittelpunkt der Ermittlungen zu stellen.

Im vergangenen Mai nahmen die Mossos d'Esquadra Jonathan Andic als mutmaßlich Verantwortlichen für den Tod seines Vaters fest. Er kam gegen Zahlung einer Kaution von einer Million Euro frei, steht aber weiter unter Auflagen. Dazu gehören die Abgabe seines Reisepasses und die Pflicht, regelmäßig vor Gericht zu erscheinen.

Nach Einschätzung der Richterin sprechen mehrere Indizien für eine mögliche aktive und geplante Beteiligung von Jonathan Andic am Tod seines Vaters. Zu den geprüften Punkten zählen familiäre Spannungen, wirtschaftliche Konflikte und der Druck, mit dem der Sohn darauf drängte, noch vor dem Tod des Unternehmers einen Teil des Erbes zu erhalten.

Verteidigung prangert „vorweggenommene soziale Verurteilung“ an

Die Verteidigungsstrategie von Jonathan Andic beschränkt sich nicht mehr auf den Gerichtssaal. Sie verlagert sich zunehmend in die Öffentlichkeit. Sein Anwalt Cristóbal Martell kritisiert, dass Indiskretionen aus der Ermittlungsakte, Details zum Verfahren und die Bilder von Andic in Handschellen bei seiner Festnahme eine „vorweggenommene soziale Verurteilung“ erzeugt hätten, noch bevor ein Urteil gefällt ist. Besonders heikel sei dies, weil im Falle eines Prozesses ein Geschworenengericht über die Vorwürfe entscheiden müsste.

In den vergangenen Wochen haben Freunde und Unterstützer von Jonathan Andic eine öffentliche Offensive gestartet, um seine Darstellung eines Unfalltods zu untermauern. Sie veröffentlichten unter anderem einen persönlichen Brief, präsentierten abweichende Gutachten und stellten das Vorgehen der Mossos d'Esquadra sowie einige der in der Ermittlungsphase gesicherten Beweise infrage.

Die Familie Andic stellt sich seit der Festnahme geschlossen hinter Jonathan Andic und betont seine Unschuld. Angehörige verweisen darauf, dass es keine stichhaltigen Beweise für eine Verwicklung in den Tod seines Vaters gibt, und fordern, die Unschuldsvermutung zu achten, solange die Ermittlungen laufen.

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