Die USA stehen dem polnischen Vorschlag für eine dauerhafte US-Militärbasis positiv gegenüber. Für Warschau wäre das ein sicherheitspolitischer Durchbruch – und ein deutliches Signal an die NATO-Ostflanke.
Die Nachricht gab Verteidigungsminister Kosiniak-Kamysz in einem Beitrag auf X bekannt. "Ich habe zudem eine offizielle Antwort auf meinen Brief zur polnischen Initiative für eine ständige US-Militärbasis in Polen erhalten. Pete Hegseth und die US-Seite stehen dem Vorschlag Polens positiv gegenüber, eine solche Basis dauerhaft in Polen zu stationieren", erklärte der Ressortchef.
"Ich danke für die positive Antwort auf unseren Vorschlag und dafür, dass damit der Prozess für den dauerhaften Stationierungsaufbau der US-Streitkräfte in Polen eröffnet wird", fügte er hinzu.
US-Basis in Polen: Jahrelange Bemühungen
Die Pläne gelten als vorläufiger Höhepunkt eines langen Verhandlungsprozesses mehrerer polnischer Regierungen. Ziel ist es, eine dauerhafte Präsenz von US-Truppen auf polnischem Gebiet zu verankern. Bisher sind amerikanische Soldaten nur im Rotationsprinzip in Polen stationiert.
"Eine Verlagerung ständiger US-Militärbasen weiter nach Osten, an die Ostflanke der NATO, ist für Europa und für jeden europäischen Staat ein Gewinn", sagte Kosiniak-Kamysz später auf einer Pressekonferenz in Brüssel.
Überraschende Entscheidung
Die Gespräche über eine feste US-Basis in Polen nahmen Fahrt auf, nachdem eine Entscheidung des Pentagons für Unruhe gesorgt hatte: Das US-Verteidigungsministerium hatte angekündigt, die Rotation der in Polen stationierten Soldaten auszusetzen.
Ein Teil des Kontingents – rund 5.000 Soldaten – sollte demnach vorerst nicht mehr turnusmäßig ausgetauscht werden. Der nächste Wechsel nach Polen wäre auf unbestimmte Zeit verschoben worden.
Der Schritt sorgte sowohl in der Regierung in Warschau als auch in großen Teilen der US-Administration für Fassungslosigkeit. Auch republikanische Kongressmitglieder übten deutliche Kritik an Präsident Donald Trump.
Nach wenigen Tagen war die Krise beigelegt: Das Weiße Haus entschied, wegen der "sehr guten" Beziehungen Trumps zu Präsident Karol Nawrocki "zusätzlich 5.000 Soldaten" nach Polen zu entsenden.
Polen und die rotierende US-Präsenz
Derzeit sind rund 10.000 US-Soldaten im Rotationsprinzip in Polen stationiert.
Die militärische Präsenz der USA in Polen besteht in unterschiedlicher Form und Stärke seit 2014. Seit 2016 und dem Beginn des russischen Krieges im Donbass ist die Zahl der Soldaten gewachsen. Auch Struktur und Art der Stationierung haben sich seitdem immer wieder verändert.
Im Jahr 2020 fiel die Entscheidung, größere Kräfte in einer festeren Struktur in Polen zu stationieren. Auf der Basis "Camp Kościuszko" in Poznań befinden sich das vorgeschobene Hauptquartier des V. Korps der US-Landstreitkräfte sowie das Kommando der US-Armee-Garnison in Polen.
Und was ist mit "Fort Trump"?
Konkreter wurden die Bemühungen um eine ständige US-Basis in Polen während der ersten Amtszeit von Donald Trump.
Im Jahr 2018 warb der damalige polnische Präsident Andrzej Duda für eine dauerhafte Stationierung und erklärte, Polen sei zu einem solchen Schritt bereit. Er schlug vor, die geplante Basis könne "Fort Trump" heißen.
Der Vorschlag löste eine breite Debatte aus, führte jedoch zu keinen konkreten militärischen Schritten. Der Name "Fort Trump" hat sich dennoch im öffentlichen Diskurs gehalten – als Synonym für eine mögliche künftige US-Basis in Polen, sowohl in der polnischen als auch in der amerikanischen Debatte. Inzwischen gibt es dazu sogar einen eigenen Eintrag in der englischsprachigen Enzyklopädie Wikipedia.