Lohnlücke zwischen Frauen und Männern bleibt in Europa groß: Männer verdienen im Schnitt 12,7 Prozent mehr pro Stunde. Die EU setzt nun auf mehr Lohntransparenz.
Die EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz gilt seit dem 7. Juni dieses Jahres. Sie verpflichtet private und öffentliche Unternehmen, ihre Vergütungssysteme zu vereinheitlichen und zu öffnen. Nach dem neuen Gesetz müssen Firmen in allen Stellenanzeigen Gehaltsspannen angeben oder sie spätestens vor einem Vorstellungsgespräch offenlegen. Personalmanager dürfen Bewerberinnen und Bewerber nicht mehr nach früheren Gehältern fragen. Beschäftigte können zudem anonymisierte Daten zu den durchschnittlichen Einkommen in ihrer Funktion anfordern, getrennt nach Geschlecht.
Unternehmen mit mehr als 150 Beschäftigten müssen ihre innerbetrieblichen geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede öffentlich machen. Ergibt sich ein unbegründeter Abstand von mehr als fünf Prozent, muss das Unternehmen eine Analyse durchführen und Gegenmaßnahmen ergreifen.
Die Richtlinie knüpft an fünfzig Jahre EU-Gesetzgebung an, die gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit sichern und Diskriminierung verhindern soll. Trotzdem verdienen Frauen in der EU im Schnitt 87,30 € für je 100 € Einkommen von Männern.
Der Abstand ist bei Führungskräften noch größer: Weibliche Führungskräfte bekommen im Schnitt 23 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Luxemburg ist das einzige EU-Land, in dem Frauen 0,8 Prozent mehr verdienen als Männer. Zum Vergleich: Die kleinsten Lohnabstände zugunsten von Männern liegen bei 0,7 Prozent in Belgien und 2,2 Prozent in Italien.
Kann die EU die Lohnlücke endlich schließen? Oder erschwert dieser Schritt Unternehmen in Privatwirtschaft und öffentlichem Dienst unnötig den Alltag? Unsere Umfrage ist anonym und dauert nur wenige Sekunden. Die Ergebnisse fließen in die EU-weite XL-Berichterstattung ein, in Videos, Artikeln und Newslettern, und beeinflussen, wie wir darüber berichten, wie Europa seine Position im Zeitalter der künstlichen Intelligenz sichern kann.