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Starke Emotionen: Litauen will Polen und Ukraine versöhnen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Polens Präsident Karol Nawrocki reichen sich neben Gitanas Nausėda in Vilnius am 25. Januar 2026 die Hand.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Polens Präsident Karol Nawrocki geben sich vor Litauens Präsident Gitanas Nausėda in Vilnius die Hand, 25. Januar 2026. Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.
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Von Tomasz Lezon mit PAP
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Litauen bietet Vermittlung im Streit zwischen Polen und der Ukraine an. Laut Präsidentenberaterin sind die Spannungen zwischen Warschau und Kyjiw emotional bedingt, enge Beziehungen sind entscheidend für die Sicherheit der Region.

Litauen ist bereit, im eskalierenden Streit zwischen den Präsidenten Polens und der Ukraine zu vermitteln.

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Das sagte am Dienstag die außenpolitische Chefberaterin des litauischen Präsidenten, Asta Skaisgiryte. Ihrer Einschätzung nach haben sich beide Seiten, Polen wie Ukraine, „von Emotionen leiten lassen“.

Streit zwischen Polen und Ukraine

Der aktuelle Konflikt zwischen Warschau und Kyjiw begann, nachdem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj entschieden hatte, eine Einheit der ukrainischen Streitkräfte nach den „Helden der UPA“ zu benennen.

In Polen werteten viele diesen Schritt als Verherrlichung einer Formation, die für das Massaker von Wolhynien verantwortlich gemacht wird. Regierungspolitiker reagierten mit scharfer Kritik. Die unterschiedliche Bewertung von OUN und UPA gehört seit Jahren zu den heikelsten Themen in den polnisch-ukrainischen Beziehungen.

Zur Erklärung: Die OUN (Organisation Ukrainischer Nationalisten) ist eine 1929 gegründete ukrainisch-nationalistische Bewegung, die für einen unabhängigen ukrainischen Staat kämpfte und teilweise mit faschistischen Ideologien sympathisierte.

Die UPA (Ukrainische Aufstandsarmee) ist der militärische Arm der OUN, der während des Zweiten Weltkriegs und danach gegen verschiedene Gegner kämpfte, darunter die Sowjetunion, Polen und zeitweise auch deutsche Besatzungstruppen.

Als Reaktion auf die Entscheidung Kyjiws beschloss Präsident Karol Nawrocki, Wolodymyr Selenskyj den Orden des Weißen Adlers abzuerkennen. Es ist die höchste polnische staatliche Auszeichnung, die der ukrainische Präsident 2023 für seine Rolle beim Ausbau der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern erhalten hatte.

Selenskyj schickte den Orden daraufhin nach Polen zurück. Aus Solidarität verzichteten auch die ehemaligen ukrainischen Präsidenten Leonid Kutschma, Wiktor Juschtschenko und Petro Poroschenko auf ihre polnischen Auszeichnungen. In Polen gab der stellvertretende Senatspräsident Michał Kamiński seinerseits seine ukrainischen Orden zurück.

Zusätzliche Spannungen lösten widersprüchliche Darstellungen der Versuche aus, die Krise zu entschärfen. Selenskyj betont, die ukrainische Seite habe Gespräche mit Präsident Nawrocki sowie eine gemeinsame Pressekonferenz vorgeschlagen, um die Position Kyjiws zu erläutern. Marcin Przydacz, Leiter des Büros für internationale Politik in Polen, schildert es anders: Seiner Darstellung nach sagte die Ukraine sowohl das geplante Telefonat der Präsidenten als auch einen Besuch in Warschau ab.

Der Streit hat inzwischen eine diplomatische Dimension, wurzelt aber weiterhin in gegensätzlichen Bewertungen der Geschichte. Polen betrachtet das Massaker von Wolhynien 1943 als Völkermord ukrainischer Nationalisten an der polnischen Bevölkerung. In der Ukraine setzt sich dagegen die Sicht durch, es habe sich um einen Konflikt gehandelt, für dessen Verlauf beide Seiten Verantwortung tragen. OUN und UPA gelten dort vor allem als Bewegungen, die für die Unabhängigkeit des Landes gegen die Sowjetunion kämpften.

Konferenz in Gdańsk

In dieser Woche findet in Gdańsk eine Konferenz zum Wiederaufbau der Ukraine statt. Es gibt Spekulationen, dass Wolodymyr Selenskyj seine Teilnahme absagen könnte.

Nach Einschätzung von Asta Skaisgiryte würde seine mögliche Abwesenheit „einen Schatten auf die Atmosphäre“ der Konferenz werfen. Die wichtigsten Entscheidungen über weitere Unterstützung für die Ukraine sollen ihrer Aussage nach jedoch trotzdem getroffen werden.

Auch der litauische Präsident Gitanas Nausėda äußerte sich zu den polnisch-ukrainischen Beziehungen. In einer Rede im litauischen Parlament vergangene Woche betonte er, für Litauen wie für die ganze Region sei es wichtig, dass das Band zwischen Warschau und Kyjiw so stark wie möglich bleibe.

Er fügte hinzu: „Deshalb sind wir daran interessiert, bereits die kleinsten Anzeichen einer Schwächung dieser Verbindung zu stoppen.“

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