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Studie: Europäer wollen weniger Abhängigkeit von ausländischer Technologie

Rund 80 % der digitalen Infrastruktur und Technologie Europas stammen aus Nicht-EU-Staaten.
Rund 80 Prozent der digitalen Infrastruktur und Technologie in Europa stammt von Anbietern außerhalb der EU. Copyright  Euronews
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Von Inês Trindade Pereira & video by Baptiste Goudier
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Eine große Mehrheit in der EU befürwortet Investitionen in digitale Infrastruktur unter europäischer Kontrolle. Sicherheit, Datenschutz und Unabhängigkeit stehen dabei im Mittelpunkt.

Rund 80 Prozent der digitalen Infrastruktur und Technologie in Europa stammen von Anbietern außerhalb der EU. Den digitalen Markt beherrschen US-Konzerne wie Google, Microsoft und Apple sowie chinesische Großunternehmen wie Alibaba und ByteDance, dem Eigentümer von TikTok.

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Dennoch wünschen sich die meisten Bürger in der EU eine digital Infrastruktur unter europäischer Kontrolle. Laut dem jüngsten Eurobarometer finden in Schweden 94 Prozent, in Finnland 93 Prozent und in Dänemark 92 Prozent, dass die EU solche Investitionen priorisieren sollte.

Zugleich möchten EU-Bürger ihre Abhängigkeit von Technologien aus Nicht-EU-Staaten wie den USA und China deutlich verringern.

Besonders stark ist diese Haltung in Schweden, wo 88 Prozent der Befragten zustimmen, sowie in Deutschland, Dänemark, Finnland und Luxemburg mit jeweils 87 Prozent.

Ein Grund für die starke Stimmung in diesen Ländern ist, wie sehr das Gefühl der Dringlichkeit bereits in Gesellschaft und öffentlicher Debatte verankert ist, erklärte der Senior Researcher Johan Linåker vom schwedischen Forschungsinstitut RISE und Lehrbeauftragter an der Universität Lund zu "Europe in Motion".

"In Dänemark haben etwa US-Drohungen gegenüber Grönland Reaktionen ausgelöst und Engagement für die digitale Souveränität, etwa durch die öffentliche Kampagne 'Danmark Skifter'", ergänzte Linåker.

"Danmark Skifter" lief in den ersten drei Monaten des Jahres 2026. Die Kampagne rief dazu auf, Bildschirme zu bestimmten Zeiten auszuschalten oder auf alternative, weniger süchtig machende Plattformen umzusteigen.

Die dänische Regierung stellt zudem für den Zeitraum 2026 bis 2029 knapp 7 Millionen Euro (80 Millionen Kronen) bereit, damit Dänemark seine Abhängigkeit von großen Technologiekonzernen verringert.

Abkehr von ausländischer Technik: Sind Europäer zum Wechsel bereit?

Die Bereitschaft, zu einem digitalen Dienstleister mit Sitz in der EU zu wechseln, selbst wenn das höhere Kosten bedeutet, unterscheidet sich jedoch stark zwischen den Mitgliedstaaten.

Am offensten für einen Wechsel sind Befragte aus Dänemark mit 76 Prozent sowie aus Schweden und Kroatien mit jeweils 73 Prozent. Am wenigsten Zustimmung zeigen Befragte aus Estland mit 35 Prozent sowie aus Bulgarien und Tschechien mit jeweils 45 Prozent.

"In einigen Ländern gelten digitale Werkzeuge und Infrastruktur eher als normales Gut und nicht als kritischer Teil der gesellschaftlichen Infrastruktur. Die Prioritäten liegen dort anders. Dieses Muster findet sich vor allem in manchen Staaten Osteuropas", sagte Linåker.

Hinzu kommt: Männer sind eher zu einem Wechsel bereit als Frauen. Mit zunehmendem Alter sinkt die Zustimmung deutlich, besonders junge Menschen stehen der Umstellung positiv gegenüber.

Mehr Sicherheit und Verlässlichkeit sind die wichtigsten Gründe für einen Wechsel. Besonders wichtig sind diese Punkte für Befragte aus Griechenland (68 Prozent), Finnland (67 Prozent) und Schweden (64 Prozent).

Knapp dahinter folgt ein besserer Schutz persönlicher Daten. Am häufigsten nannten dies Befragte aus Österreich (57 Prozent) sowie aus den Niederlanden, Irland und Portugal mit jeweils 54 Prozent.

Digitale Souveränität: Was die EU plant

In der vergangenen Woche hat die Regierung Trump den Zugang aus dem Ausland zu den fortschrittlichsten KI-Modellen von Anthropic gekappt – selbst für ausländische Beschäftigte des Unternehmens.

Der Schritt bestätigt die europäischen Befürchtungen vor einem "Kill Switch" und verleiht der Agenda für technologische Souveränität zusätzlichen Rückenwind.

Bereits Anfang des Monats hat die Europäische Kommission ihr Paket zur technologischen Souveränität vorgestellt. Es soll die heimische Tech-Branche stärken und setzt stark auf Cloud-Infrastruktur, KI-Dienste, Open Source und Halbleiter.

Der Gesetzesentwurf umfasst vier Initiativen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Chips über Infrastruktur bis hin zu Software, Cloud und KI.

Die höchste Stufe, die Bereiche wie Verteidigung und Gesundheitswesen abdeckt, würde Unternehmen von außerhalb Europas faktisch von öffentlichen Aufträgen ausschließen. So soll ein "Kill Switch"-Szenario verhindert werden, bei dem eine ausländische Regierung Krankenhäuser oder Kampfjets einfach vom Netz nehmen könnte.

"Grundsätzlich müssen europäische Staaten – wie jedes Land – dafür sorgen, dass ihre digitalen Einrichtungen und Räume genauso souverän und widerstandsfähig sind wie die physische Infrastruktur", sagte Linåker.

"Im Kern bedeutet das nicht, alle Lösungen aus Drittstaaten zu ersetzen. Es geht darum, die Risiken neuer und bestehender Abhängigkeiten zu erkennen, zu bewerten und die Fähigkeiten auszubauen, um sie zu beherrschen", ergänzte er.

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