Von Zypern bis Estland: Ein neuer Bericht zeigt, wo Europas Wasser besonders sauber ist und warum die EU ihre Baderegeln überarbeiten will.
Der Badegewässerbericht 2025 der Europäischen Umweltagentur hat mehr als 22.000 Badestellen in der EU sowie in Albanien und der Schweiz untersucht. Das Ergebnis: 96 Prozent erfüllen die vorgeschriebenen Mindeststandards, 85 Prozent werden sogar als "ausgezeichnet" eingestuft.
Die Wasserqualität hängt allerdings stark von der Art des Gewässers ab. Am besten schneiden Badestellen an den Küsten ab: 88 Prozent erhalten dort die Bestnote. Bei Seen liegt der Anteil bei 78 Prozent. Deutlich schlechter ist die Lage an Flüssen. Nur 47 Prozent der rund 1.200 untersuchten Flussbadestellen gelten als "ausgezeichnet".
Zu den größten Problemen zählt die Belastung mit Bakterien wie E. coli und intestinalen Enterokokken. Sie gelangen vor allem durch Abwasser oder Gülle in die Gewässer, etwa wenn starke Regenfälle die Kanalisation überlasten oder Schadstoffe von landwirtschaftlichen Flächen in Flüsse und Seen spülen.
Auch zwischen den einzelnen Ländern gibt es große Unterschiede. In Zypern, Griechenland, Bulgarien und Österreich erreichen jeweils mehr als 95 Prozent der Badestellen die Bewertung "ausgezeichnet". Belgien, Ungarn, Polen und Estland bleiben dagegen unter der Marke von 70 Prozent.
Die Fortschritte bei der Wasserqualität haben zugleich den Trend zum Baden in Stadtflüssen neu belebt. Städte wie Paris, Berlin, Budapest und Vilnius arbeiten daran, ihre Flüsse wieder für Schwimmerinnen und Schwimmer zugänglich zu machen. Noch vor wenigen Jahrzehnten wäre das vielerorts undenkbar gewesen.
Die geltenden EU-Regeln berücksichtigen bislang allerdings nur zwei Arten von Bakterien. Chemische Schadstoffe wie PFAS sowie Mikroplastik werden nicht erfasst. Angesichts häufigerer Starkregenereignisse und längerer Badesaisons infolge des Klimawandels überprüft die EU-Kommission deshalb derzeit die seit rund zwanzig Jahren geltende Badegewässerrichtlinie. Ziel ist es, die Vorschriften zu modernisieren und an neue Umwelt- und Gesundheitsrisiken anzupassen.