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Selenskyj entlässt populären Verteidigungsminister Fedorov

Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow spricht bei einem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe im Nato-Hauptquartier in Brüssel am zwölften Februar 2026.
Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow spricht beim Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe im Nato-Sitz in Brüssel am Donnerstag, dem zwölften Februar 2026. Copyright  AP Photo
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Von Sasha Vakulina
Zuerst veröffentlicht am
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"Es war eine große Ehre, dem ukrainischen Volk als Verteidigungsminister zu dienen", sagte Fedorow am Mittwochabend und bestätigte seine Entlassung. Er genießt bei Militär und Zivilgesellschaft hohes Ansehen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Mychajlo Fedorow als Verteidigungsminister entlassen. Fedorow bestätigte den Schritt am Mittwoch und sprach von einem weiteren Umbau der Regierung.

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Seit am Sonntag erste Berichte über die Kabinettsumbildung aufkamen, konzentrierten sich die Spekulationen vor allem auf Fedorows Posten im Verteidigungsministerium. Viele kritisierten Selenskyj dafür, dass er seine Entlassung überhaupt in Betracht zog. Fedorow bestätigte als Erster seine Ablösung und schrieb in den sozialen Medien: "Es war eine große Ehre, dem ukrainischen Volk als Verteidigungsminister zu dienen."

Anschließend zog er Bilanz über die aus seiner Sicht wichtigsten Erfolge und Defizite seines Teams in den vergangenen sechs Monaten im Amt. Zu den Erfolgen zählte Fedorow die Sperrung von Starlink-Systemen für russische Truppen, Angriffe auf die russische Logistik auf der besetzten Krim sowie eine "unpopuläre, aber äußerst wichtige" Reform der Streitkräfte.

"Danke an jede und jeden von euch, die die Ukraine verteidigen und für den Sieg arbeiten", schrieb Fedorow. "Danke an mein gesamtes Team für seinen unermüdlichen Einsatz", ergänzte er. Zugleich kündigte er an, die Mission fortzusetzen, mit der er ins Verteidigungsministerium gekommen sei: "Den Feind mit asymmetrischen Mitteln, hohem Innovationstempo und der Stärke unserer Organisation zu schlagen."

Nach den derzeitigen Plänen soll Innenminister Ihor Klymenko Fedorow an der Spitze des Verteidigungsministeriums ablösen. General Klymenko stand von 2019 bis 2023 an der Spitze der Nationalpolizei. Nach dem Tod seines Vorgängers Denys Monastyrskyj übernahm er das Amt des Innenministers.

Das ukrainische Parlament dürfte seine Ernennung voraussichtlich bestätigen. Parallel dazu riefen Nutzer in den sozialen Medien zu einer friedlichen Kundgebung am Donnerstagmorgen in Kyjiw auf. Ziel sei es, "dem Präsidenten zu zeigen, dass wir gegen die ständigen Umbesetzungen in der Regierung und den Austausch fähiger Minister durch bequeme Opportunisten sind".

Selenskyj entlässt Fedorow: Streit um Rekrutierung und Reformen

Selenskyj traf sich am Mittwoch mit Fedorow und dem Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Oleksandr Syrskyj. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen zentrale Herausforderungen der ukrainischen Armee, darunter die Mobilisierung.

Medienberichten zufolge spielte die Rekrutierung eine entscheidende Rolle bei der Entscheidung des Präsidenten. Noch am selben Tag wollte Selenskyj nicht bestätigen, ob Fedorow im Zuge des Regierungsumbaus sein Amt verlieren werde. Er erklärte lediglich, er wolle eine Armee, die "geschlossen" handle und "an einem Strang zieht".

"Vorrang haben der Dialog zwischen Armee und Verteidigungsministerium, die Lösung der Rekrutierungsprobleme und das Schließen des Himmels", sagte er mit Blick auf die Luftverteidigung. Zwischen Fedorow und Syrskyj war es wiederholt zu Spannungen über Fedorows Reformpläne für die Streitkräfte gekommen, insbesondere über die Arbeitsweise des Verteidigungsministeriums.

Beobachter sprechen von einem Generationenkonflikt zwischen Fedorow, einem jungen, innovationsgetriebenen Manager mit Start-up-Erfahrung, und dem eher traditionell geprägten General Syrskyj. Mit Blick auf die "Fehler" seiner Amtszeit räumte Fedorow ein, die organisatorische Neuausrichtung des Verteidigungsministeriums nach NATO-Standards und "gesundem Menschenverstand" nicht vollständig umgesetzt zu haben.

"Die neue Struktur steht, viele Stellen wurden abgebaut und zahlreiche Prozesse angestoßen", erklärte er. "Allerdings wären noch konsequentere Schritte nötig gewesen, um diejenigen zu entlassen, die die Veränderungen ausbremsten."

ARCHIV: NATO-Generalsekretär Mark Rutte begrüßt Mychajlo Fedorow vor einer Pressekonferenz im NATO-Hauptquartier am zwölften Februar 2026.
ARCHIV: NATO-Generalsekretär Mark Rutte begrüßt Mychajlo Fedorow vor einer Pressekonferenz im NATO-Hauptquartier am zwölften Februar 2026. AP Photo

Fedorows Entlassung stößt in der Ukraine auf Unverständnis

Von 2019 bis Januar 2026 war Fedorow Vizepremierminister und Minister für digitale Transformation der Ukraine. Er gilt als treibende Kraft hinter der Vision eines "Staates im Smartphone", mit der die Bürokratie deutlich reduziert werden soll.

Seit dem Start der App Diia im Jahr 2020 können Bürgerinnen und Bürger zahlreiche Behördengänge digital über ihr Smartphone erledigen. Seit Beginn des russischen Großangriffs war sein Ministerium maßgeblich an der Entwicklung und Produktion von Drohnen beteiligt und trieb zugleich Bildungsreformen voran. Zudem spielte Fedorow eine Schlüsselrolle beim Aufbau eines Projekts, das das Digitalministerium eng mit dem Verteidigungsministerium verknüpfte, um die Entwicklung militärischer Technologien zu beschleunigen.

Zuletzt initiierte er die ukrainische Kampagne "Krim in eine Insel verwandeln" – eine wirkungsvolle Operation gegen russische Nachschubwege und militärische Einrichtungen auf der von Moskau annektierten Krim sowie in den vorübergehend besetzten Gebieten im Süden der Ukraine.

In der ukrainischen Zivilgesellschaft genießt Fedorow hohes Ansehen. Die Nachricht von seiner Entlassung löste eine Welle der Kritik an Selenskyj und große Empörung in der Bevölkerung aus. Nach Berichten ukrainischer Medien bestätigte Selenskyj den Konflikt zwischen Fedorow und Syrskyj in einer Sitzung der Parlamentsfraktion seiner Partei Diener des Volkes. Demnach sagte er dort, "ideal wäre es, beide zu entlassen", räumte jedoch ein, dass dies derzeit nicht möglich sei.

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