Die italienische Polizei hat Bulgari, Chanel und andere durchsucht. Im Kern geht es um die gängige Praxis, dass Marken Geschäftsbereiche an Subunternehmer auslagern. Dort wurden mutmaßlich chinesische Arbeitskräfte ausgebeutet.
Die italienische Polizei hat am Donnerstag die Büros mehrerer Luxusmarken durchsucht, darunter Bulgari und Chanel. Es geht um den Verdacht, dass sie Subunternehmer einsetzen, die chinesische Arbeitskräfte beschäftigen.
Die Razzien sind Teil einer größeren Untersuchung der Staatsanwaltschaft in Mailand. Sie hat mutmaßliche Ausbeutung von Arbeitskräften in den Lieferketten mehrerer Luxusmarken aufgedeckt, darunter Prada, Givenchy und Dolce & Gabbana.
Zu den weiteren Marken zählen Brunello Cucinelli, Etro, Goyard Italie, Jacob Cohen Company, Moncler und Stefano Ricci, wie der Mailänder Staatsanwalt Paolo Storari der Nachrichtenagentur AFP bestätigte. Zuvor hatte die Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 Ore“ darüber berichtet.
Mehrere Marken, darunter Loro Piana, standen bereits vorübergehend unter gerichtlicher Verwaltung, weil es Bedenken wegen der Arbeitsbedingungen bei ihren Zulieferern gab.
Die Maßnahmen wurden aufgehoben, nachdem die Unternehmen zugesagt hatten, die Kontrolle über ihre Lieferketten zu verschärfen.
Die italienische Regierung hat sich in der Vergangenheit vor die Luxusmarken gestellt. Industrieminister Adolfo Urso sagte im vergangenen Jahr, der Ruf italienischer Marken stehe "unter Beschuss".