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Neuer Premier Burnham will Großbritannien mit Zehnjahresplan stabilisieren

Andy Burnham wird am Montag, 17. Juli 2026, 59. britischer Premierminister.
Andy Burnham wird am Montag, 17. Juli 2026, 59. britischer Premierminister Copyright  AP Photo
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Von Simon Ormiston
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Andy Burnham hielt wenige Augenblicke nach seiner Bestätigung als neuer britischer Premierminister eine Rede in der Downing Street. Dabei sprach er über die Unterstützung der Ukraine, die Beendigung der Obdachlosigkeit und die Stabilisierung der Wirtschaft.

Der neue britische Premierminister Andy Burnham hat am Montag einen Zehnjahresplan für Großbritannien angekündigt. Das Land müsse die Politik wieder handlungsfähig machen, erklärte er.

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„Großbritannien muss der Welt zeigen, dass wir unsere Stabilität wiedererlangen können“, sagte Burnham kurz nach seiner Ernennung durch König Charles III. zum Nachfolger von Keir Starmer. Er kündigte an, mit seinem Amtsantritt „meine erste Anweisung zur Beendigung der Obdachlosigkeit in unserem Land“ zu erteilen.

Weiter sagte Burnham: „Im Laufe dieses Jahres werde ich einen neuen Plan für Großbritannien vorlegen, einen Zehnjahresplan, der einen Weg aufzeigt, der von unserer aktuellen Situation dorthin führt, wo ich glaube, dass wir alle Großbritannien haben wollen – ganz gleich, woher wir kommen und welche Partei wir unterstützen. Aber ich kann schon jetzt etwas tun, um den Menschen etwas Luft zu verschaffen und ihnen bei den Lebenshaltungskosten zu helfen. Und ich werde ab morgen einige dieser Maßnahmen vorstellen, einschließlich der Frage, wie wir sie finanzieren werden.“

Starmer verließ am Montagmorgen die Downing Street und betonte in seiner Abschiedsrede, seine zwei Jahre im Amt hätten Großbritannien zu einem besseren Land gemacht.

Der Monarch empfing zunächst Starmer, um dessen Rücktritt anzunehmen. Anschließend traf Burnham ein. In dem formellen Verfahren beauftragte der König ihn mit der Regierungsbildung, was Burnham annahm.

Es ist das nächste Kapitel in einer Phase politischer Turbulenzen: Innerhalb von zehn Jahren steht nun bereits der siebte Premierminister an der Spitze der Regierung.

Der frühere Bürgermeister des Großraums Manchester folgt auf Keir Starmer. Starmer trat nach zwei Jahren im Amt zurück, nachdem der politische Druck stetig gewachsen war.

Burnham steht vor Herausforderungen: wie kann er die Lebenshaltungskostenkrise abmildern, das Wirtschaftswachstum ankurbeln und mehr Entscheidungsgewalt aus Westminster in die Regionen verlagern?

Der 56-Jährige übernimmt eine Wirtschaft, die seit der Pandemie unter schwachem Wachstum leidet. Im ersten Quartal 2026 schnitt das Vereinigte Königreich jedoch besser ab als die Eurozone und die G7-Staaten. Der scheidende britische Premierminister Keir Starmer hat am Mittwoch seinem Nachfolger seine "volle Unterstützung" zugesagt.

Der Leitzins der Bank of England dürfte im Laufe dieses Jahres erneut steigen, um die Inflation zu bremsen. Das könnte die Kreditkosten weiter nach oben treiben. Gleichzeitig stehen die öffentlichen Haushalte unter Druck, und die Unterstützung für Nigel Farages Partei Reform UK wächst. Burnham bleibt nur wenig Zeit, um die Wähler davon zu überzeugen, dass seine Regierung den Kurs vor der nächsten Parlamentswahl noch ändern kann.

Andy Burnhams Kurs: Was der neue Premier vorhat

Burnham musste sich bereits Kritik gefallen lassen. In seiner ersten Rede nach der Ankündigung, Labour-Parteichef werden zu wollen, blieb er bei seinen Plänen für das Land sehr vage.

Da kein anderer Abgeordneter gegen ihn antrat, blieb ihm die übliche öffentliche Prüfung in TV-Duellen und Parteiveranstaltungen weitgehend erspart.

In dieser Rede versprach er, Großbritannien "neu zu verkabeln", wie er es nennt. Politische und wirtschaftliche Macht sei zu stark in London gebündelt. Er kündigte an, Regionalpolitiker mit deutlich mehr Befugnissen auszustatten. Dezentralisierung betrachtet er als Schlüssel, um Wachstum zu fördern und öffentliche Dienste zu verbessern.

Die stellvertretende Labour-Vorsitzende Lucy Powell erklärte: "Es geht darum, normalen Menschen Sicherheit im Job und in ihrem Zuhause zu geben – ein Zuhause, das sie sich leisten können –, in einer Gemeinschaft zu leben, auf die sie stolz sein können, und zu wissen, dass ihre Kinder Chancen für die Zukunft haben werden."

Burnham hat bereits seine erste Kursänderung verkündet: Er stoppt Starmers geplantes landesweites System digitaler Identitäten, das über drei Jahre rund 1,8 Milliarden Pfund (2,12 Milliarden Euro) gekostet hätte. Sein Team kündigte an, das Geld solle stattdessen Haushalten helfen, mit den Lebenshaltungskosten zurechtzukommen. Zudem zeigte Burnham sich offen für eine stärkere öffentliche Kontrolle angeschlagener Versorger wie Thames Water, das Schätzungen zufolge mit 23,5 Milliarden Euro verschuldet ist.

Darum musste Burnham den König treffen

Im britischen System der konstitutionellen Monarchie kann ein neuer Premierminister sein Amt erst antreten, nachdem der Monarch ihn mit der Regierungsbildung beauftragt hat.

Der Übergang beginnt, wenn der scheidende Premierminister den Buckingham-Palast aufsucht und seinen Rücktritt anbietet. Sobald der König diesen annimmt, lädt er den neuen Regierungschef ein, eine Regierung zu bilden. Das ist in der Regel die Person, die im Unterhaus mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Mehrheit hinter sich hat.

Die Zeremonie, die traditionell "kissing hands" heißt, ist heute weitgehend symbolisch. Sie steht für das Verfassungsprinzip, dass Regierungen vom König ernannt werden und ihre Macht im Namen des Parlaments ausüben. Nach dem Besuch im Buckingham-Palast fährt der neue Premierminister in die Downing Street und hält dort seine erste Ansprache an die Nation.

Burnhams Kabinett: Wer in die Regierung einzieht

Burnham wird voraussichtlich noch am Montag sein Team aus Spitzenministern vorstellen. Am Wochenende wollte er jedoch keine Namen bestätigen. Er erklärte lediglich, er sei noch dabei, seine Auswahl "abzuschließen".

Die wichtigste offene Frage betrifft den Posten des Finanzministers. Rachel Reeves amtierte bislang, doch viele erwarten, dass die enge Starmer-Vertraute zu den ersten gehört, die ausgetauscht werden. Innenministerin Shabana Mahmood gilt laut Medienberichten als Favoritin. Auch Energieminister Ed Miliband wird häufig als möglicher prominenter Kopf im neuen Kabinett genannt.

Andere Spitzenministerinnen und -minister, darunter Außenministerin Yvette Cooper und Kulturministerin Lisa Nandy, werden ebenfalls weiterhin eine prägende Rolle spielen. Viele Beobachter rechnen zudem mit einem Comeback von Angela Rayner, die 2025 wegen einer nicht beglichenen Steuerschuld zurückgetreten war.

Wie Burnhams Kabinett am Ende genau aussieht, wird erst feststehen, wenn die Ernennungen nach seinem Einzug in die Downing Street offiziell bekanntgegeben werden.

Weitere Quellen • AFP

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