Der Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin - mutmaßlich durch einen Islamisten - ist ein Angriff auf die freie westliche Gesellschaft, schreibt Rene Powilleit (CDU) in einem Meinungsbeitrag für Euronews. Er ist Berliner Landesvorsitzender der "Lesben und Schwulen in der Union".
Was als Tag der Freude, der Freiheit und der Liebe im Herzen unserer Hauptstadt begonnen hat, hat sich am Abend in eine unvorstellbare Tragödie verwandelt. Hunderttausende feierten beim Berliner Christopher Street Day – bis ein mutmaßlich islamistischer Anschlag mit einem Transportwagen eine Schneise der Verwüstung im Tiergarten hinterließ. Eine Frau verlor ihr Leben, zahlreiche Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.
Kein Einknicken: "Unsere Liebe ist stärker als jeder Hass!"
Die Stimmung ist von einem Moment auf den anderen von ausgelassener Fröhlichkeit in tiefe Trauer, Schock und Angst umgeschlagen. Für die lesbische, schwule, bisexuelle, trans und queere Community bricht eine fundamentale Gewissheit ein: Der öffentliche Raum, der Schutz bieten sollte, wurde nun zur tödlichen Gefahr.
Queeres Leben in Berlin stand schon länger von Extremisten und Islamisten unter Druck, doch dieser Anschlag markiert eine neue, grauenvolle Dimension. Es stellt sich für viele die schmerzhafte Frage: Kann man in dieser Stadt noch unbeschwert für seine Rechte und Identität einstehen? Die Antwort darf niemals ein Einknicken sein, aber die Angst ist greifbar und das Sicherheitsgefühl tief erschüttert. Dennoch gilt: Unsere Liebe ist stärker als jeder Hass!
Kritik am Islamismus wird mit Islamfeindlichkeit verwechselt
Die Warnzeichen waren längst da. Bereits im Jahr 2020 wurden in Dresden ein schwules Paar von einem Islamisten attackiert und ein Mensch getötet. Seit Jahren erleben wir eine schleichende Radikalisierung und eine wachsende, queerfeindliche Hetze, die nicht nur aus rechtsextremen, sondern eben auch aus islamistischen Kreisen genährt wird.
Wer die Augen vor diesen ideologischen Brandherden verschließt, handelt fahrlässig und verantwortungslos. Wir haben es hier nicht mit isolierten Einzeltätern zu tun, sondern mit einem Klima, in dem radikale Ideologien gedeihen und gezielt offene Gesellschaften angreifen. Kritik am Islamismus wird viel zu oft mit Islamfeindlichkeit verwechselt.
Wir müssen endlich ehrliche Debatten führen. Demokratie ist auch Zumutung. Hier braucht es JETZT eine klare Haltung. Auch aus Reihen der eigenen queeren Community.
Politischer Islam: eine Bedrohung für westliches, liberales und freiheitliches Zusammenleben
Nach dem Schmerz und der tiefen Anteilnahme mit den Opfern und ihren Angehörigen muss mit aller Härte des Gesetzes gehandelt werden. Unsere Antwort darf keine Betroffenheitsrhetorik ohne Konsequenzen bleiben. Wer den Schutz unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung missbraucht, um Angst und Schrecken zu verbreiten, hat seinen Schutz verwirkt. Der Rechtsstaat muss mit allen Mitteln zuschlagen, Konsequenzen bei Integrations- und Aufenthaltsstatus prüfen und Gefährder lückenlos überwachen und bei Bedarf auch ausweisen.
Wir müssen der Realität ins Auge sehen: Der politische Islam stellt eine der größten Bedrohungen für unser westliches, liberales und freiheitliches Zusammenleben dar. Es braucht eine ehrliche und harte Debatte über diese Ideologie und ein Ende jeglicher Naivität und Förderung gegenüber islamistischen Strukturen in Deutschland.
Berlin ist und bleibt eine Stadt der Freiheit. Doch Freiheit ist kein Selbstläufer – sie muss verteidigt werden. Gegen jeden, der sie zerstören will.