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1.500 Kilometer Reichweite: Das ist über die neuen Marschflugkörper aus Leipzig bekannt

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius bei einem Beförderungsappell für Offizieranwärter am "Tag der Bundeswehr" in Neubiberg, 6. Juni 2026.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius bei einem Beförderungsappell für Offizieranwärter am "Tag der Bundeswehr" in Neubiberg, 6. Juni 2026. Copyright  AP Photo
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Von Sonja Issel
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Bis zu 1.000 Mittelstrecken-Flugkörper will das US-Unternehmen Covenant Insidern zufolge künftig pro Jahr nahe Leipzig produzieren. Sie sollen mehr als 1.500 Kilometer Reichweite haben und vergleichsweise günstig sein. Doch viele Details sind noch offen.

Das US-Rüstungsunternehmen Covenant will Insidern zufolge ab 2027 nahe Leipzig Mittelstrecken-Flugkörper produzieren. Bis zu 1.000 Stück pro Jahr sollen möglich sein.

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Mit den Plänen könnte ein bislang kaum bekannter Marschflugkörper für Deutschland an Bedeutung gewinnen. Doch was ist über die neue Waffe tatsächlich bekannt?

Mehr als 1.500 Kilometer Reichweite

Die nahe Leipzig geplanten Mittelstrecken-Flugkörper sollen eine Reichweite von mehr als 1.500 Kilometern haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Viele technische Details sind bislang nicht bekannt. Belastbare Angaben zu Gewicht, Länge oder weiteren Leistungsmerkmalen der geplanten Flugkörper wurden nicht veröffentlicht.

Ein entscheidender Faktor bei den Plänen könnte der Preis sein. Die Flugkörper sollen Insidern zufolge wenige Hunderttausend US-Dollar pro Stück kosten und damit deutlich günstiger sein als ein Tomahawk. Dessen Stückpreis liegt je nach Version bei rund zwei Millionen US-Dollar.

Covenant entwickelt auch einen Marschflugkörper mit dem Namen "Anthem", der als Flaggschiffprojekt des Unternehmens gilt. Ob es sich dabei um das System handelt, das künftig nahe Leipzig produziert werden soll, ist bislang jedoch nicht bestätigt.

Anfang des Monats fand in der marokkanischen Wüste ein erster Live-Test eines Covenant-Flugkörpers statt. Dabei wurden unter anderem Kommunikationssysteme, Startmechanismen und die Flugsteuerung erprobt.

Produktion in Europa statt Abhängigkeit von den USA?

Berichten zufolge hat das Bundesverteidigungsministerium im Zuge seiner Pläne für den Aufbau einer sogenannten Tiefschlagfähigkeit bereits Angebotsanfragen an Covenant gerichtet. Das Unternehmen plant demnach, Lieferketten und Fertigungslinien in Europa aufzubauen.

Obwohl Covenant ein US-Unternehmen ist, sollen die Komponenten überwiegend aus Deutschland und anderen europäischen Ländern kommen. Für Deutschland könnte das eine geringere Abhängigkeit von Lieferungen aus den USA bedeuten.

Wer steckt hinter Covenant?

Covenant ist ein vergleichsweise neuer Akteur in der Rüstungsindustrie. Das Unternehmen wurde erst 2024 gegründet und ist auch in Israel aktiv.

Hinter Covenant steht der US-Investor Michael Kaufman, der zuvor für die Investmentfirma Thiel Capital tätig war. Zu den Geldgebern sollen prominente US-Technologie-Investoren wie Andreessen Horowitz und der Founders Fund gehören.

Deutschland sucht Flugkörper für den "Tiefschlag"

Die Pläne von Covenant treffen auf einen konkreten Bedarf: Die Bundesregierung sucht nach weitreichenden Flugkörpern, die vergleichsweise günstig und in großer Stückzahl verfügbar sind.

Im Mittelpunkt steht die sogenannte Tiefschlagfähigkeit. Gemeint ist damit die Fähigkeit, Ziele weit hinter der gegnerischen Front zu erreichen.

Eine Produktion solcher Flugkörper in Deutschland könnte dabei eine neue Option eröffnen. Ob die Bundesregierung die Systeme tatsächlich beschaffen will und wie weit mögliche Gespräche mit Covenant bereits fortgeschritten sind, ist bislang jedoch offen.

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