Loader
Finden Sie uns
Werbung

Faktencheck: Ist Portugals Wirtschaft wirklich Europas Spitzenreiter?

Video wird geladen
ARCHIV: Portugals Ministerpräsident Luís Montenegro trifft zum EU-Gipfel in Brüssel ein, 22. Januar 2026
FILE: Portugals Regierungschef Luís Montenegro trifft zum EU-Gipfel in Brüssel ein, 22. Januar 2026 Copyright  AP Photo/Harry Nakos
Copyright AP Photo/Harry Nakos
Von James Thomas
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopieren Copy to clipboard Link kopiert!

Bester Beschäftigungszuwachs, stärkste Wirtschaft ganz Europas: Das behauptet Portugals Regierungschef vor dem Parlament. Eurostat-Zahlen zeichnen ein differenzierteres Bild.

Portugals Wirtschaft und der Beschäftigungszuwachs entwickeln sich laut Ministerpräsident Luís Montenegro in Europa am besten. Doch stimmt das wirklich?

WERBUNG
WERBUNG

Montenegro machte diese Aussage am 8. September vor der Assembleia da República, dem portugiesischen Parlament. Die Abgeordneten diskutierten dort über einen Misstrauensantrag der rechtsextremen Partei Chega gegen die Regierung. Der Antrag folgte, nachdem Montenegro sich geweigert hatte, Innenminister Luís Neves zu entlassen. Ihm wird Fehlverhalten in der Zeit vorgeworfen, in der er zwischen 2018 und 2026 an der Spitze der portugiesischen Kriminalpolizei stand.

Andere Oppositionsparteien stellten sich hinter die Mitte-rechts-Minderheitsregierung und lehnten den Antrag ab. Sie wollten weitere politische Instabilität vermeiden, denn Portugal hat in den vergangenen drei Jahren bereits drei Wahlen erlebt. Im Plenarsaal betonte der Regierungschef, Portugal habe in Europa die beste Wirtschaftsleistung und den höchsten Beschäftigungszuwachs.

Was die Eurostat-Zahlen wirklich zeigen

Um zu überprüfen, wie belastbar diese Behauptung ist, hat The Cube, das Faktencheck-Team von Euronews, die jüngsten Eurostat-Zahlen zum Wirtschaftswachstum der Mitgliedstaaten ausgewertet. Demnach stieg das Bruttoinlandsprodukt der EU insgesamt im zweiten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorquartal um 0,7 Prozent.

Irland trieb diesen Anstieg maßgeblich. Dort legte das BIP mit plus 10,2 Prozent mit Abstand am stärksten zu. Fachleute führen das kräftige Wachstum, eine deutliche Aufwärtskorrektur früherer Schätzungen, vor allem auf starke Produktionsschübe globaler Konzerne zurück, insbesondere aus der Technologie- und Pharmabranche. Deshalb gilt Irlands BIP-Entwicklung vielen Ökonominnen und Ökonomen als wenig verlässlicher Maßstab.

Slowenien und Litauen folgen auf den Plätzen zwei und drei mit einem Wachstum von 1,8 beziehungsweise 1,7 Prozent. Portugal liegt zusammen mit Zypern auf Rang sieben, in beiden Ländern wuchs die Wirtschaftsleistung um 0,8 Prozent. Portugal gehört damit zu den Spitzenreitern unter den 27 Mitgliedstaaten, liegt laut Eurostat-Daten aber nicht an der Spitze. Österreich ist das einzige Land, das einen Rückgang verzeichnete: Dort schrumpfte das BIP um 0,1 Prozent.

Beim Arbeitsmarkt zeigt derselbe Eurostat-Datensatz, dass die Beschäftigung im zweiten Quartal 2026 sowohl im Euroraum als auch in der EU um 0,1 Prozent zunahm. In der EU hatten in diesem Zeitraum rund 221,4 Millionen Menschen eine Beschäftigung.

In diesem Punkt liegt Montenegro richtig: Nach Mitgliedstaaten aufgeschlüsselt verzeichnet Portugal im zweiten Quartal 2026 mit einem Anstieg von einem Prozent den stärksten Beschäftigungszuwachs.

Es folgen Tschechien und Malta, die jeweils ein Beschäftigungsplus von 0,9 Prozent melden. In mehreren Staaten ging die Beschäftigung zurück, besonders deutlich in Finnland mit minus 0,8 Prozent und Griechenland mit minus 0,4 Prozent.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Wachstum: Frankreich hinkt seinen europäischen Nachbarn hinterher

Wahlen 2027 in Frankreich: 7 Kandidaten streiten über Wirtschaft und Rente

Deutsche Wirtschaft wächst stärker als erwartet dank Exportaufschwung