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Was steckt hinter Jack Dorseys neuem Sozialen Netzwerk Bluesky?

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Von Alexandra Leistner
Elon Musk und Jack Dorsey wollen beide an der Zukunft sozialer Medien arbeiten - mit zwei unterschiedlichen Herangehensweisen.
Elon Musk und Jack Dorsey wollen beide an der Zukunft sozialer Medien arbeiten - mit zwei unterschiedlichen Herangehensweisen.   -   Copyright  JIM WATSON/AFP

Nur wenige Tage nachdem der Unternehmer Elon Musk den Vogel (Twitter) als "befreit" erklärt hat, gibt es Nachrichten von einem potentiellen neuen Konkurrenten zu dem beliebten Kurznachrichtendienst. Und das von keinem geringeren als Jack Dorsey, einem der Mitbegründer und ehemaliger CEO von Twitter.

Dorsey kündigte an, dass die neue Plattform mit dem Namen Bluesky jetzt Beta-Nutzer:innen akzeptiere. Interessierte können sich auf die Warteliste setzen lassen. Innerhalb von zwei Tagen hatten sich nach Angaben des Unternehmens bereits 30.000 Personen zum Testen angemeldet.

Was kann Bluesky, was andere social networks nicht können?

Auf Twitter erklärt Dorsey die Idee - und die Technologie - hinter Bluesky. Das soziale Netzwerk nutzt das sogenannte AT Protocol, das von Dorseys Unternehmen entwickelt wurde. 

Neu an Bluesky ist, dass es ein "föderiertes" Netzwerk sein soll - das heißt, die Daten können auf unterschiedlichen, von Nutzer:innen oder Unternehmen ausgesuchten Servern gespeichert werden. AT Protocol stellt dabei die Kommunikation zwischen unterschiedlichen Servern sicher. "Anstelle eines Standorts, der das Netz betreibt, kann es viele Standorte geben."

Bluesky will eigenen Angaben zufolge von Plattformen weg, hin zu Protokollen kommen, durch die Nutzer:innen nicht auf private Unternehmen angewiesen sind, um zu kommunizieren. "Die öffentliche Debatte sollte außerhalb privater Unternehmen stattfinden", schreibt das Tech-Unternehmen auf seiner Webseite, "so wie das Internet selbst".

So soll "eine neue Grundlage für soziale Netzwerke geschaffen werden, die Kreativeb die Unabhängigkeit von Plattformen, Entwicklern die Freiheit zur Entwicklung und Nutzern die Wahl ihrer Erfahrungen ermöglicht". 

Bei Bluesky sollen Nutzer:innen den Algorithmus selbst kontrollieren. "Algorithmen diktieren, was wir sehen und wen wir erreichen können. Wir müssen die Kontrolle über unsere Algorithmen haben, wenn wir Vertrauen in unsere Online-Räume haben wollen. Das AT-Protokoll unterstützt offene Algorithmen, damit die Nutzer mehr Kontrolle über ihre Erfahrungen haben."

Bluesky verspricht zudem eine besonders schnelle Ladezeit sowie eine verbesserte Koordination verschiedener vernetzter Dienste.

Musk krempelt Twitter um

Der Kauf von Twitter hatte etwa sechs Monate gedauert - auch weil Musk zwischendurch einen Rückzieher gemacht hatte. Jetzt wo der Deal "done" ist, verliert der Milliardär keine Zeit, weitreichende Veränderungen für den Kurznachrichtendienst anzukündigen.

Der Chef von Tesla und SpaceX löste den Vorstand von Twitter umgehend nach Übernahme auf, wodurch er zum "einzigen Direktor von Twitter" wurde, wie aus einem offiziellen Dokument hervorgeht, das am Montag bei der Börsenaufsichtsbehörde SEC eingereicht wurde. 

Viel diskutiert wurden vor zudem Musks Pläne, das blaue Häkchen zur Verifizierung von Accounts kostenpflichtig zu machen. Auf eine Idee, dafür 20 Dollar pro Monat zu verlangen, reagierte der berühmte US-Autor Steven King: "F*** that, sie sollten mich bezahlen". Sollte Musk die Pläne umsetzen, werde er Twitter verlassen, so King.

Musk erklärte, Twitter brauche die Einnahmen, weil das Unternehmen sich nicht einzig mit Werbung finanzieren könne und fragte King, ob er 8 Dollar akzeptieren würde.