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Indiens globaler KI-Gipfel wird Prüfstein für internationale Regeln

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (links) empfängt den indischen Premierminister Narendra Modi zum Abendessen im Élysée-Palast.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron empfängt Indiens Premierminister Narendra Modi zum Abendessen im Élysée-Palast. Copyright  AP Photo/Aurelien Morissard
Copyright AP Photo/Aurelien Morissard
Von Pascale Davies
Zuerst veröffentlicht am
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In Indien treffen sich Staats- und Regierungschefs wie Emmanuel Macron zu einem KI-Gipfel, um nach dem als wirkungslos kritisierten Pariser KI-Versprechen Regeln zu finden.

Politische Spitzenkräfte und Technologiekonzerne treffen sich in dieser Woche in Indien zum jährlichen globalen KI-Gipfel. Ziel ist ein einheitlicher Rahmen für die Regulierung von künstlicher Intelligenz (KI) und für mehr internationale Zusammenarbeit.

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Der AI Impact Summit in Neu-Delhi soll eine „gemeinsame Roadmap für globale KI-Governance und Kooperation“ liefern. Dahinter stehen wachsende Sorgen aus der Techbranche um die Sicherheit von KI und zugleich der politische Druck vieler Regierungen, Aufsicht und Regeln für die Technologie zu lockern.

Dass der Gipfel in Indien stattfindet, gilt als wichtiges Signal: Der Globale Süden will bei der Entwicklung von KI mitreden.

Doch die Initiative stößt nach dem Vorjahrestreffen auf Skepsis. Der AI Action Summit in Paris hatte zwar eine Erklärung für eine sicherere und verantwortungsvollere KI-Entwicklung verabschiedet, wurde von Tech-Managerinnen und -Managern aber scharf kritisiert. Sie bezeichneten das Papier als „ohne jede Aussagekraft“ und als unzureichende Antwort auf die Risiken und möglichen Schäden der Technologie.

Das Vereinigte Königreich verweigerte seine Unterschrift unter die gemeinsame Selbstverpflichtung und verwies auf nationale Sicherheitsinteressen. Auch die USA machten nicht mit. Eine Begründung blieb aus, doch der US-Vizepräsident JD Vance mahnte in Paris, zu strikte Regulierung könne Innovation abwürgen.

Das sind die wichtigsten Punkte zum Gipfel in Indien.

Wer nimmt teil?

Erwartet werden rund 250.000 Besucherinnen und Besucher aus Forschung, KI-Unternehmen und Regierungen.

Angereist sind oder werden rund zwanzig Staats- und Regierungschefs, darunter Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez und Brasiliens Präsident Lula da Silva.

Delegierte treffen am Montag, 16. Februar 2026, zum KI-Gipfel in Neu-Delhi, Indien, ein
Delegierte treffen am Montag, 16. Februar 2026, zum KI-Gipfel in Neu-Delhi, Indien, ein AP Photo/Satish Sharma

Der britische Premierminister und US-Präsident Donald Trump werden nach aktuellem Stand wohl nicht teilnehmen.

Außerdem sind fünfundvierzig Delegationen auf Ministerebene vertreten.

Auch Topmanager der Techbranche werden erwartet: Google-Chef Sundar Pichai, Qualcomm-CEO Cristiano Amon, OpenAI-Chef Sam Altman, Microsoft-Präsident Brad Smith sowie der „französische Pate“ der KI, Yann LeCun.

Welche Themen stehen im Mittelpunkt?

Der Gipfel dreht sich laut indischer Regierung um drei Schwerpunkte: Mensch, Planet und Fortschritt. Sie sollen den indischen Ansatz für internationale Kooperation bei KI beschreiben.

Spannend wird, wie der Punkt „Planet“ konkret gefüllt wird. Der Betrieb großer Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs) verschlingt enorme Mengen an Energie.

Am Ende des Treffens könnte wieder nur eine Absichtserklärung stehen, kein rechtlich bindendes Abkommen wie bei früheren Gipfeln.

Der Globale Süden

Indien, das bevölkerungsreichste Land der Welt mit einer lebendigen Start-up-Szene und einem der am schnellsten wachsenden Digitalmärkte, versteht den Gipfel als Chance für den Globalen Süden.

„Dieses Ereignis ist ein weiterer Beleg dafür, dass unser Land in Wissenschaft und Technologie rasch vorankommt“, schrieb Indiens Premierminister Narendra Modi am Montag auf der Plattform X.

„Es zeigt, wozu die Jugend unseres Landes fähig ist“, fügte er hinzu.

Innovation und Regulierung dürften nicht als Gegensätze dargestellt werden, meint Gilroy Matthew, Chief Operating Officer des US-Digitalunternehmens UST. „Die eigentliche Aufgabe besteht darin, beides auszubalancieren, damit große Ambitionen immer auch mit Verantwortung einhergehen.“

„Indiens Rolle in der Welt erlaubt es dem Land, eine Brücke zwischen Industrie- und Entwicklungsländern zu schlagen und einen dritten Weg für KI zu vertreten – einen Ansatz, der den praktischen Nutzen höher gewichtet als abstrakte Existenzrisiken und zeigt, wie KI Probleme im Gesundheitswesen, in der Bildung und anderen öffentlichen Diensten lösen kann“, sagte er Euronews Next.

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