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Meta-Chef Zuckerberg sagt in Suizid-Klagen zu sozialen Medien aus

Archivbild: Facebook-Chef Mark Zuckerberg hält inne, als er 2018 in Washington vor einem gemeinsamen Ausschuss für Handel und Justiz auf dem Capitol Hill aussagt.
Archivbild: Facebook-Chef Mark Zuckerberg pausiert bei seiner Aussage vor einem Handels- und Justizausschuss auf dem Capitol Hill in Washington 2018. Copyright  AP Photo/Alex Brandon
Copyright AP Photo/Alex Brandon
Von Anna Desmarais & AP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die zwanzigjährige Frau, die sich KGM nennt, behauptet in einer Klage, Plattformen von Meta und Google hätten bei ihr als Kind Depressionen und Suizidgedanken ausgelöst.

Meta-Chef Mark Zuckerberg sagte am Mittwoch in Kalifornien im Rahmen eines Prozesses zu sozialen Medien aus. Ziel des Verfahrens ist zu klären, ob Funktionen der Meta-Plattformen Kindern schaden oder sie in die Abhängigkeit treiben.

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Er trat vor eine Jury und vor trauernde Eltern, deren Kinder sich nach deren Angaben aufgrund der Nutzung sozialer Medien das Leben genommen haben. Bereits vor dem US-Kongress hatte Zuckerberg sich bei Familien entschuldigt, deren Leben nach eigener Einschätzung durch soziale Netzwerke aus der Bahn geraten war.

Vor Gericht dürfte er insbesondere zu Instagrams Algorithmus und Funktionen in der App befragt werden, die laut Klägern gezielt darauf ausgelegt sind, junge Nutzer zu fesseln.

Die Klage fällt in eine Zeit, in der mehrere europäische Länder Altersbeschränkungen für Plattformen wie Meta und Google prüfen, um Kinder besser vor schädlichen Online-Inhalten zu schützen.

Worum geht es in dem Prozess?

Die 20-jährige Klägerin KGM, in den Unterlagen nur mit ihren Initialen genannt, behauptet, sie habe als Kind Meta- und Google-Plattformen genutzt und dadurch eine Abhängigkeit von der Technologie entwickelt. Diese habe ihre depressiven und suizidalen Gedanken verstärkt.

Die Klage wirft den Unternehmen vor, ihre Produkte bewusst mit Mechanismen ausgestattet zu haben, die aus Casinos bekannt sind, um Kinder süchtig zu machen und Gewinne zu steigern.

Ursprünglich richtete sich das Verfahren gegen vier Konzerne: Meta unter der Führung von Zuckerberg, YouTube von Google, TikTok des chinesischen Unternehmens ByteDance sowie Snap Inc., die Mutter von Snapchat. Medienberichten zufolge haben TikTok und Snap sich noch vor Prozessbeginn außergerichtlich geeinigt.

In den USA gilt der Prozess als sogenannter "Bellwether Trial". Das Urteil könnte damit wegweisend sein für tausende weitere Klagen gegen soziale Netzwerke.

KGMs Anwalt hat Euronews Next bislang keine Stellungnahme zu den Erwartungen an Zuckerbergs Aussage gegeben. Meta erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press, man widerspreche den Vorwürfen entschieden und sei "zuversichtlich, dass die Beweise unser langjähriges Engagement zur Unterstützung junger Menschen belegen werden". Auch Google wurde um eine Stellungnahme gebeten.

Metas Anwalt Paul Schmidt stellte in seinem Eröffnungsplädoyer infrage, ob Instagram tatsächlich für KGMs psychische Probleme verantwortlich sei. Er verwies auf ein turbulentes familiäres Umfeld und argumentierte, KGM habe soziale Medien als Bewältigungsstrategie genutzt.

Meta und Google hatten im November versucht, das Verfahren vor dem Superior Court in Los Angeles abweisen zu lassen, doch das Gericht entschied dagegen. Damit konnte der Prozess fortgesetzt werden.

Zudem berufen sich Meta und Google auf den US-Rechtschutz für Plattformbetreiber, wenn Nutzer Inhalte Dritter abrufen (Section 230 des Communications Decency Act). Gerichte interpretieren diese Regelung laut US-Kongress so, dass "Online-Dienste wie soziale Netzwerke vor Klagen geschützt werden sollen, die auf Entscheidungen beruhen, nutzergenerierte Inhalte zu verbreiten oder zu entfernen".

Meta argumentiert, dass Gestaltungselemente wie das "unendliche Scrollen" nicht für KGMs Nutzung von Instagram verantwortlich gemacht werden könnten, da sie bewusst entschieden habe, Inhalte weiter anzusehen. Das Gericht sieht dennoch genügend Anhaltspunkte, dass eine Jury prüfen sollte, ob Funktionen, die auf maximale Beteiligung ausgelegt sind, zu ihren psychischen Problemen beigetragen haben könnten.

KGM wirft Google vor, sie über YouTubes Empfehlungssystem, Kommentare und die Autoplay-Funktion schädlichen Inhalten ausgesetzt zu haben. Außerdem sei die Durchsetzung von Altersbeschränkungen unzureichend.

Wer hat bisher ausgesagt?

Adam Mosseri, Chef von Instagram bei Meta, erklärte letzte Woche im Zeugenstand, er glaube nicht, dass Menschen im klinischen Sinne von sozialen Medien abhängig werden könnten.

Mosseri betonte, Instagram und Meta arbeiteten daran, junge Menschen zu schützen. "Es ist auf lange Sicht nicht gut für das Unternehmen, Entscheidungen zu treffen, die zwar Gewinne bringen, aber das Wohlbefinden der Menschen schädigen", sagte er.

Aus seiner Sicht müsse der Prozess zwischen klinischer Abhängigkeit und problematischer Nutzung unterscheiden. Problematisch sei, "wenn jemand mehr Zeit auf Instagram verbringt, als sich gut anfühlt".

Instagram verweist auf Schutzfunktionen für Kinder, darunter private Teenager-Konten, Sicherheitshinweise, Inhaltsfilter und Elternkontrollen.

Eine Studie aus dem Jahr 2025 von Meta-Whistleblower Arturo Béjar und Forschenden zweier US-Universitäten zeigte jedoch, dass zwei Drittel der Sicherheitstools auf Meta-Plattformen, darunter Instagram, wirkungslos seien. Jugendliche Konten erhielten weiterhin Empfehlungen für sexuelle Inhalte, Nacktdarstellungen sowie Beiträge zu Selbstverletzung, Suizidgedanken und Körperbild.

Meta nannte den Bericht laut Associated Press "irreführend und spekulativ".

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