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Studie: Datenschutzregeln bremsen LLM-Start in Europa

ARCHIV - Menschen protestieren in Vancouver gegen neue KI-Rechenzentren, British Columbia, Samstag, 27. Juni 2026.
ARCHIV: Menschen marschieren in Vancouver, British Columbia, gegen die geplante Eröffnung von KI-Rechenzentren, am Samstag, 27. Juni 2026. Copyright  AP Photo
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Von Egle Markeviciute, EU Tech Loop with Euronews
Zuerst veröffentlicht am
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Neue Governance-AI-Studie zeigt: EU-Datenschutzregeln bremsen den KI-Einsatz, in Europa erscheinen elf Prozent moderner LLMs später oder gar nicht im Vergleich zu den USA.

Weltweit tätige Tech-Konzerne führen immer häufiger den Rechtsrahmen der Europäischen Union als Hauptgrund an, warum neue Dienste und Werkzeuge verspätet oder gar nicht auf den europäischen Markt kommen. Je nach Angebot verweisen sie vor allem auf das Gesetz über digitale Märkte (DMA), das KI-Gesetz (AI Act) und die strengen Datenschutzvorgaben der EU. Dadurch können Verbraucherinnen und Verbraucher in Europa viele Dienstleistungen und Tools später testen und nutzen als Menschen in den USA.

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Die Forschungsorganisation Governance.AI hat dafür 375 große Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs) ausgewertet, die in den vergangenen acht Jahren – zwischen Juni 2018 und Mai 2026 – veröffentlicht wurden. Der Bericht vergleicht, wie stark sich Markteinführungen in den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich verzögern.

Demnach kamen im Vergleich zu den USA mindestens elf Prozent der Modellveröffentlichungen von Unternehmen wie Meta, Google, OpenAI und Anthropic in der EU verspätet auf den Markt oder gar nicht. Im Vereinigten Königreich waren es sieben Prozent.

In der Datenauswertung finden sich 68 konkrete Beispiele für Verzögerungen oder Nicht-Veröffentlichungen, in 56 Fällen sind vor allem regulatorische Faktoren ausschlaggebend.

Ein Beispiel: Die Web-App des Modells Claude 3 Opus startete in der EU mit einer Verzögerung von 71 Tagen. Meta verzeichnet die höchste Gesamtquote an verspäteten oder ausgebliebenen Veröffentlichungen: Mehr als ein Viertel, konkret 26 Prozent, seiner Modelle kamen in der EU verzögert auf den Markt oder gar nicht. Im Vereinigten Königreich lag dieser Anteil bei 15 Prozent.

Datenschutz als Bremse: starres Regelwerk, wenig Klarheit

Der Bericht nennt den Datenschutz als wichtigste regulatorische Hürde. Besonders stark betroffen sind nicht-textbasierte Anwendungen wie Bilder, Audio oder Echtzeit-Video, die mehr Einschränkungen erleben als reine Textangebote.

Das Gesetz über digitale Märkte (DMA) gilt erst seit 2023. Das KI-Gesetz der EU wurde 2024 verabschiedet. Welche negativen Folgen beide Regelwerke für die Einführung neuer KI-Tools haben, wird sich erst in den kommenden Jahren vollständig zeigen.

Zwar teilen das Vereinigte Königreich und die EU ähnliche Datenschutzgesetze wie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die vor dem Brexit beschlossen wurde. Dennoch scheinen die Hürden in der EU höher zu sein als im Vereinigten Königreich.

Die Autorinnen und Autoren führen das vor allem auf eine vergleichsweise „aggressive Durchsetzung“ der Regeln in der EU zurück und auf die langsame Klärung der Frage, wie Datenschutzvorgaben konkret für das Training und den Einsatz großer Sprachmodelle gelten.

In Brüssel wächst das Bewusstsein dafür, dass der rigide Datenschutz die KI-Entwicklung in Europa ausbremst. Derzeit berät das Europäische Parlament über das sogenannte Digital Omnibus, das die Datenregeln für die Entwicklung von KI praktikabler gestalten soll.

Parallel dazu überprüft die EU jedoch die Richtlinie zum Urheberrecht und die urheberrechtlichen Vorgaben im KI-Gesetz, um die Rechte von Autorinnen und Autoren besser zu schützen.

Werden diese Bestimmungen sehr strikt ausgelegt, könnte der Zugang zu den fortschrittlichsten KI-Modellen künftig noch schwieriger werden.

Einer der Autorinnen und Autoren, der britische KI-Politikforscher John Lidiard von GovAI, betonte:

„Es ist wichtig, dass die Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in der EU und im Vereinigten Königreich das Risiko im Blick behalten, dass regulatorische Hürden den Zugang ihrer Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen zu den neuesten KI-Modellen verzögern.“

„Unser Bericht zeigt, dass europäische Regelungen, allen voran die DSGVO, dazu geführt haben, dass führende KI-Unternehmen Modellveröffentlichungen in manchen Fällen verschoben oder bestimmte Modelle gar nicht in der EU und im Vereinigten Königreich verfügbar gemacht haben. Bei der Ausgestaltung und Umsetzung von KI-Regulierung sollten politische Entscheidungstragende solche Verzögerungen beim Modellzugang als wichtigen Faktor berücksichtigen.“

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf EU Tech Loop (Quelle auf Englisch) erschienen und wird auf Euronews im Rahmen einer Vereinbarung veröffentlicht.

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