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Studie: Jüngere Kinder mit viel Social Media schneiden in der Schule schlechter ab

Kinder nutzen digitale Geräte
Kinder nutzen digitale Geräte Copyright  Canva
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Von Alice Carnevali
Zuerst veröffentlicht am
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Wer schon früh viel Zeit in sozialen Netzwerken verbringt, schneidet in Italienisch und Mathe schlechter ab; in Englisch zeigt sich laut Studie kein Effekt.

Kinder, die schon früh soziale Medien nutzen, haben offenbar mehr Probleme in der Schule. Das zeigt eine neue Studie. Sie schneiden schlechter ab als Gleichaltrige, die erst später ein Konto in sozialen Netzwerken eröffnen.

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Die Untersuchung ist in Nature Human Behaviour (Quelle auf Englisch) erschienen. Sie analysierte mehr als 5.000 Schülerinnen und Schüler aus Norditalien im Alter von sieben bis 16 Jahren.

Grundlage sind Daten aus einem Fragebogen zu digitalen Mediengewohnheiten und standardisierte Prüfungsleistungen. Diese wurden über mehrere Jahre hinweg in den Klassen zwei, fünf, acht und 10 in Italienisch, Mathematik und Englisch erhoben.

Besonders deutlich zeigt sich der Effekt in Klasse acht (meist 13 bis 14 Jahre alt). Schülerinnen und Schüler, die mit elf oder zwölf Jahren in soziale Netzwerke einstiegen, schnitten in Italienisch und Mathematik schlechter ab als jene, die damit später begonnen haben.

In Klasse 10 (15 bis 16 Jahre) blieb der Unterschied nicht nur bestehen, er nahm sogar zu. Besonders groß war die Lücke in Mathematik und bei Jugendlichen, die vor dem 13. Lebensjahr mit sozialen Medien in Kontakt kamen.

Die Forschenden führen die negativen Effekte auf Ablenkungen durch das Smartphone zu wichtigen Tageszeiten zurück.

Frühe Social-Media-Nutzung scheint vor allem die Leistungen in Italienisch und Mathematik zu mindern. Für Englisch fanden die Autorinnen und Autoren keinen solchen Zusammenhang, wie die Studie hervorhebt.

Als Erklärung verweisen sie auf die große Menge englischsprachiger Inhalte in sozialen Netzwerken. Diese könnten ihren Nutzerinnen und Nutzern eine Art informelles Lernen bieten.

Die Forschung zur Rolle sozialer Medien im Leben von Kindern nimmt zu. Die neue Arbeit bestätigt aktuelle Analysen (Quelle auf Englisch), die den Einfluss von Social Media auf schulische und kognitive Leistungen von Kindern untersuchen.

Aus ihren Ergebnissen leiten die Forschenden mehrere Empfehlungen ab. Schulen sollten Programme zur digitalen Kompetenz ausbauen, und Plattformen für Minderjährige müssten ihre Anreizmechanismen stärker regulieren. Außerdem sehen die Autorinnen und Autoren Bedarf für Regeln, die den Zugang zu sozialen Netzwerken für Kinder verzögern.

Studie kommt zur richtigen Zeit

Die Studie erscheint in einer Phase, in der besonders intensiv über soziale Medien gestritten wird.

Nachdem Australien als erstes Land weltweit soziale Medien für unter 16-Jährige verboten hat, hat die Debatte inzwischen auch europäische Staaten und die Institutionen der Europäischen Union (EU) erreicht.

Zu Beginn des Sommers haben Abgeordnete in Frankreich ein Gesetz beschlossen, das Kindern unter 15 den Zugang zu sozialen Netzwerken untersagt. Ähnliche Maßnahmen stehen in Spanien und im Vereinigten Königreich zur Diskussion.

Auch auf EU-Ebene geht die Diskussion in Richtung strengerer Regeln für die Nutzung sozialer Medien durch Kinder. Im Juli stellte die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen einen Expertenbericht vor und erklärte, die Belege sprächen zunehmend für eine Altersuntergrenze beim Zugang zu diesen Plattformen.

Der Bericht sprach sich jedoch nicht für ein generelles Verbot von Social-Media-Plattformen wie in Australien aus, sondern betonte die Notwendigkeit eines „Safe-by-Design“-Ansatzes. Ein Teil der Verantwortung soll demnach bei den digitalen Plattformen liegen.

Trotz der aktuellen Aufmerksamkeit spielte Italien, wo die Studie durchgeführt wurde, in dieser Debatte bisher keine zentrale Rolle.

Im Juni erklärte Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, ihre Regierung werde kein Verbot sozialer Medien anstreben, weil eine solche Maßnahme leicht umgangen werden könne.

Dieses Argument führen Kritikerinnen und Kritiker eines Verbots häufig an. Es wird durch mehrere Studien aus Australien gestützt, nach denen Methoden zur Altersprüfung bislang wenig wirksam sind.

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