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Phubbing: wie das Smartphone leise Beziehungen belastet

Ein Paar nutzt im Schlafzimmer ein Handy und einen Laptop.
Ein Paar nutzt Handy und Laptop im Schlafzimmer. Copyright  Anete Lusina/Pexels
Copyright Anete Lusina/Pexels
Von Indrabati Lahiri
Zuerst veröffentlicht am
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Mit der wachsenden digitalen Spur nimmt in vielen Paarbeziehungen die Sorge um Datenschutz und Technikgewohnheiten zu.

„Phubbing“: Die meisten von uns nutzen heute eine ganze Reihe von Apps, soziale Netzwerke und Terminplaner, denn der Alltag wird immer digitaler.

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Für Paare führt das jedoch oft zu spannenden Dynamiken und Fragen. Eine Person liebt es vielleicht, ständig online zu sein und viel zu posten, die andere schätzt ein ruhigeres, privateres Leben.

Deshalb gehen Paare mit Technik und digitaler Privatsphäre oft anders um, als jede Person es für sich allein tun würde.

„Phubbing“ nimmt zu

Es liegt nahe: Technologie kann einer Beziehung gut tun – oder sie belasten.

Das demonstrative Ignorieren des Partners zugunsten des Handys, kurz „Phubbing“, und das verwandte Muster der „Technoference“ kommen immer häufiger vor.

„Phubbing“ meint, dass jemand den Partner ignoriert oder abblitzen lässt, weil das Handy wichtiger scheint. „Technoference“ bezeichnet jede Unterbrechung gemeinsamer Aktivitäten durch Technik, etwa dauernde Anrufe, Nachrichten oder Benachrichtigungen.

Laut einer 2025 in der Fachzeitschrift „Human Behavior and Emerging Technologies“ veröffentlichten Studie nutzten die Befragten ihr Smartphone im Schnitt während 27 % der Zeit, die sie mit ihrem Partner verbrachten.

Rund 86 % griffen demnach jeden Tag zum Handy, obwohl sie mit ihrem Partner zusammen waren.

Die Auswertung beruhte auf objektiven Tracking-Daten der Telefone, nicht auf Selbstauskünften, die oft ungenau sind.

Die Forschenden stellten fest: Wer das Handy häufig in Gegenwart des Partners nutzt, ist mit der Beziehung und der gemeinsamen Elternschaft tendenziell weniger zufrieden, leidet häufiger unter Depressionen und ist insgesamt weniger zufrieden mit seinem Leben. Diese Effekte waren bei Frauen stärker ausgeprägt.

Gleichzeitig kann Technik Paarbeziehungen auch stärken: Sie erleichtert den Kontakt, hilft beim Planen wichtiger Termine und ermöglicht gemeinsame Abende mit Lieblingsserien.

Beim Thema digitale Privatsphäre wird es jedoch komplizierter. Paare müssen heute Situationen meistern, die es für frühere Generationen gar nicht gab.

Nach Einschätzung der Beziehungsressource Love Respect sollten Paare digitale Grenzen in Sachen Privatsphäre und Exklusivität bewusst besprechen.

Dazu gehört etwa die Frage, ob man sich auf Fotos und in Posts gegenseitig markieren oder gemeinsam an Orten einchecken möchte. Auch ob der Beziehungsstatus öffentlich sichtbar sein soll und ob Partner den Freunden des jeweils anderen online folgen, lohnt sich zu klären.

Besonders wichtig ist für viele Paare die Frage, ob sie sich mit der Nutzung der Geräte des anderen wohlfühlen.

Ein weiterer großer Punkt ist das Teilen des eigenen Standorts. Laut einem Civic-Science-Bericht vom vergangenen Jahr teilen rund 52 % der US-Amerikaner ihren Standort mit Ehepartner oder fester Beziehung.

Streitpotenzial birgt auch Smarthome-Technik: Manche fürchten um ihre Privatsphäre oder machen sich Sorgen, welche persönlichen Daten sie etwa beim Online-Shopping preisgeben und ob sie Betrügereien zum Opfer fallen könnten.

Digitale Privatsphäre: Wege aus dem Konflikt

Einer der ersten und naheliegendsten Schritte, wenn Sie unterschiedliche Vorstellungen von digitaler Privatsphäre bemerken: Sprechen Sie offen miteinander.

Love Respect rät, zunächst herauszufinden, womit Ihr Partner sich online wohlfühlt, und dann klar zu sagen, was Sie selbst teilen möchten – und was nicht. Bleiben Sie dabei möglichst ruhig und konkret.

Hilfreich sind klare Social-Media-Regeln, etwa zu Markierungen, gemeinsamen Fotos oder dem öffentlichen Beziehungsstatus. Beim Standort kann zeitlich begrenztes Teilen oder das Abschalten der Live-Ortung Spannungen entschärfen.

Sie können außerdem bewusst getrennte Passwörter für Handy und E-Mail nutzen – als Teil Ihrer persönlichen Autonomie.

Oft helfen kleine Kompromisse: zum Beispiel regelmäßige kurze Updates auf Reisen statt einer Dauerüberwachung per Tracking-App.

Verhakt sich das Gespräch oder wird sehr emotional, kann eine Pause guttun. Geben Sie einander etwas Abstand und kehren Sie später zum Thema zurück, wenn beide Zeit hatten, alles zu sortieren.

Wenn Sie allein nicht weiterkommen, kann eine Paarberatung helfen, einen tragfähigen Mittelweg zu finden.

Love Respect betont zudem: Niemand sollte sich unter Druck gesetzt, manipuliert oder schuldig fühlen, weil er Passwörter und Log-ins nicht herausgeben oder digitale Gewohnheiten nicht ändern möchte, mit denen er sich wohlfühlt.

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