Die Lufthansa Group kündigt als jüngste Partnerin eine Zusammenarbeit mit Elon Musks Unternehmen an. Europas größte Airline lehnt kostenloses Bord-WLAN ab.
Die Luftfahrtbranche erfindet sich ständig neu: von der Ausweitunggrüner Kraftstoffebis zurgeplanten Rückkehr von Überschallflügen.
Eine der sichtbarsten Neuerungen für Passagiere ist schnelles WLAN an Bord.
Die Zeiten sind vorbei, in denen man das Handy in den Flugmodus schaltete, ein Buch aufschlug und es nach ein paar Seiten wieder weglegte – um doch noch einmal Crazy Rich Asians zu schauen.
Heute sind wir ständig verbunden. Früher war man froh, wenn eine Textnachricht durchging. Jetzt lassen sich Videos in hoher Qualität streamen. Das liegt vor allem am Satelliten-Internetdienst Starlink.
Nun führt auch die Lufthansa Group die Technik ein. Ein guter Moment, um zu erklären, wie sie funktioniert. Und mit welchen Fluggesellschaften man fliegen sollte, wenn das Bordprogramm allein nicht reicht.
Was ist Starlink und wie funktioniert es?
Starlink, eine Tochter von SpaceX, dem Unternehmen von Elon Musk, stellt weltweit über ein Netz von Satelliten Internetzugang bereit.
Greifen Nutzer über Starlink aufs Netz zu, gehen die Daten an einen der derzeit mehr als 6.750 Satelliten im Orbit. Von dort gelangen sie zu einer Empfangsantenne an Bord.
Anders als herkömmliche Satelliten, die fast 36.000 Kilometer über dem Äquator kreisen, fliegen die Starlink-Satelliten in einem erdnahen Orbit.
Die Signale reisen zwar mit Lichtgeschwindigkeit. Durch die kürzere Distanz verkürzt sich aber die sogenannte Latenz, also die Hin- und Rücklaufzeit. Bei Starlink liegt sie bei rund 25 Millisekunden; bei klassischen Satelliten sind es etwa 600 Millisekunden.
Die enorme Zahl der Starlink-Satelliten bildet ein globales Netz. So bekommen selbst Menschen in den entlegensten Regionen Zugang zum Internet. Für den Einsatz im Flugzeug ist das ideal.
Welche Fluggesellschaften bieten ihn an?
SpaceX startete die ersten Starlink-Satelliten im Jahr 2019. Der Betabetrieb des Internetdienstes begann 2020.
Erst Anfang 2024 rüstete die erste Airline ihre Flotte aus: Hawaiian Airlines stattete bis Oktober 2024 alle Jets damit aus. Qatar Airways zog im selben Monat nach. Inzwischen sind rund 120 Flugzeuge mit Starlink unterwegs.
Die lettische FluggesellschaftairBalticwar die erste in Europa. Sie startete im Februar 2025. Auch Air France und SAS führten Starlink im vergangenen Jahr ein.
Nun kooperiert auch die Lufthansa mit dem Anbieter. Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 soll die Flotte ausgerüstet werden. Im dritten Quartal will Virgin Atlantic als erste britische Airline mit Starlink starten.
Meist ist der Service für Passagiere kostenlos. Manchmal braucht es dafür eine Mitgliedschaft im Vielfliegerprogramm, die in der Regel ebenfalls gratis ist.
…und welche nicht mitmachen
Traditionalistinnen und Traditionalisten (und alle, die dem raw-dogging flight-Trend folgen), keine Sorge: Nicht jede Fluggesellschaft springt auf den Zug auf, auch Europas größte nicht.
Ryanair-Chef Michael O’Leary sagte Reuters, die Airline werde den Dienst nicht einführen. Gründe seien die kurzen Durchschnittsflugzeiten und die Kosten für die Installation.
Keine Billigfluggesellschaft bietet Starlink derzeit an. Eurowings gehört jedoch zur Lufthansa Group und rüstet in den kommenden Monaten nach. Auch die in Barcelona beheimatete Level will Ende des Jahres aufrüsten.