Island, Brasilien und Ägypten melden 2025 zweistellige Zuwächse bei Ankünften. Das zeigt das jüngste Welttourismusbarometer von UN Tourism.
In den vergangenen Jahren hatte man das Gefühl: Irgendwann ist immer jemand aus dem Bekanntenkreis in Japan. Und teilt dann die Reisefotos in den sozialen Medien.
Das ist nicht nur ein Eindruck aus dem Freundeskreis. Laut dem jüngsten World Tourism Barometer zählt das Land weltweit zu den am schnellsten wachsenden Reisezielen.
Die erste Ausgabe für 2026, veröffentlicht von UN Tourism, meldet für Japan ein zweistelliges Plus bei internationalen Ankünften: bis einschließlich November vergangenen Jahres plus 17 Prozent im Vergleich zu 2024.
Auch andere Ziele legen zu: Brasilien kommt im Gesamtjahr auf plus 37 Prozent, und Ägypten auf plus 20 Prozent.
Brasilien ist dank seiner Festivals und Konzerte zum beliebten Ziel geworden. Der Karneval im Februar zieht Jahr für Jahr große Menschenmengen an.
2025 war Rio de Janeiro zudem UNESCO-Welthauptstadt des Buches, und das Gratiskonzert von Lady Gaga an der Copacabana lockte zusätzlich internationales Publikum.
In Ägypten öffnete das Grand Egyptian Museum im Oktober 2024 zunächst im Probebetrieb, die große Eröffnung folgte im November 2025. Das dürfte das Land weit nach oben auf die Wunschlisten vieler Reisender katapultiert haben.
Welches Reiseziel wächst in Europa am schnellsten?
In Europa verzeichnete Island das größte Wachstum bei internationalen Ankünften: plus 29 Prozent.
Als die Sonne Ende 2024 ihr Aktivitätsmaximum erreichte, nahm die Aktivität der Nordlichter im Jahresverlauf zu. Viele buchten deshalb Reisen dorthin.
Im August wird eine totale Sonnenfinsternis Teile des Landes für bis zu zwei Minuten verdunkeln. Voraussichtlich wird auch der Bericht im nächsten Jahr weiteres Wachstum zeigen.
Weitere Trendziele mit vollständigen Jahresdaten sind Marokko mit einem Plus von 14 Prozent bei internationalen Ankünften und die Seychellen mit plus 13 Prozent.
Zu den Zielen mit Daten bis einschließlich November, die wachsen, zählen Bhutan mit plus 30 Prozent, Guyana mit plus 24 Prozent und Südafrika mit plus 19 Prozent.
Insgesamt wurden 2025 schätzungsweise 1,52 Milliarden internationale Touristinnen und Touristen gezählt. Europa blieb die weltweit beliebteste Zielregion mit 793 Millionen Besucherinnen und Besuchern.
Der Bericht hält fest: „Die Reiselust blieb 2025 trotz Inflation bei touristischen Dienstleistungen und geopolitischer Herausforderungen solide, schwächte sich gegen Jahresende jedoch etwas ab.“