Die UN-Kulturorganisation UNESCO warnt vor wachsender Gewalt im Nahen Osten, nachdem Trümmer eines US-israelischen Luftangriffs den Golestan-Palast in Teheran beschädigt haben.
Die Kulturorganisation der Vereinten Nationen, die UNESCO, sorgt sich nach den jüngsten US-israelischen Luftangriffen im Iran um mehrere Kulturerbestätten im Nahen Osten.
Am Montag trafen Trümmer und Druckwellen nach einem Luftschlag auf den nahe gelegenen Arg-Platz den Golestan-Palast in Teheran, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Mehr. Dabei wurden demnach Fenster, Türen und Spiegel des Palasts beschädigt.
Nach Angaben der UNESCO liegt der Golestan-Palast_"_im Herzen des historischen Zentrums von Teheran". Die von einer Mauer umgebene Anlage gehört zu den ältesten Palastkomplexen der Stadt.
Die herrschende Kadscharen-Dynastie wählte den Palast 1779 zum Regierungssitz und machte Teheran zur Hauptstadt des Landes, heißt es weiter auf der Website. Die Anlage entstand um einen Garten mit Wasserbecken und Grünflächen und erhielt im 19. Jahrhundert ihre charakteristischen Gebäude und Verzierungen.
Dort steht außerdem, der Komplex bestehe aus acht bedeutenden Palastbauten. Sie dienen heute vor allem als Museen und werden von einer Außenmauer mit mehreren Toren umgeben.
In einer Erklärung vom Montag teilte die UNESCO mit, sie habe allen beteiligten Parteien die geografischen Koordinaten der Stätten auf der Welterbeliste sowie weiterer national bedeutsamer Orte übermittelt. So sollten mögliche Schäden vermieden werden.
Zugleich erinnert die Organisation daran, dass Kulturgüter nach internationalem Recht geschützt sind. Dazu gehört insbesondere das Haager Übereinkommen von 1954 zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten mit seinem Mechanismus des verstärkten Schutzes sowie das Welterbe-Übereinkommen von 1972.