Die Architektur- und Designpreise Prix Versailles küren die weltweit schönsten Restaurants 2026. Auf der Liste stehen fünf europäische Lokale mit spektakulären Innenräumen.
Für viele Reisende zählt bei einem unvergesslichen Essen längst nicht nur, was auf dem Teller liegt. Immer öfter machen Ambiente, Architektur und Gestaltung das Dinner selbst zum Reiseziel.
Nun hat der renommierte Architektur- und Designpreis Prix Versailles seine Liste der schönsten Restaurants der Welt für 2026 vorgestellt. Ausgezeichnet werden 16 Häuser, die außergewöhnliche Küche mit markanten Innenräumen verbinden.
Die ausgewählten Restaurants reichen von liebevoll restaurierten historischen Gebäuden bis zu mutigen, hochmodernen Räumen.
Die Jury schaut dabei genau hin, wie Architektur, Gastfreundschaft und Kulinarik zusammenspielen, um unvergessliche Erlebnisse zu schaffen.
Zu den Preisträgern sagte Jérôme Gouadain, Generalsekretär des Prix Versailles (Quelle auf Englisch): „Ob in einem denkmalgeschützten Gebäude oder einem Kaufhaus, ob hoch über der Stadt oder ganz eins mit der Landschaft: Die Ausstattung dieser 16 Häuser spielt mit unterschiedlichsten Stilen und Farben und bringt jedes einzelne in perfekte Harmonie mit seiner Umgebung und mit der Speisekarte.“
Von den 16 prämierten Adressen liegen fünf in Europa. Das sind die schönsten auf dem Kontinent.
Le Fou, Wien, Österreich
Le Fou, französisch für „der Narr“, ist alles andere als konventionell. Versteckt im Wiener Boutiquehotel The Leo Grand inszeniert diese Cocktailbar mit Restaurant den Glamour und die geheimnisvolle Stimmung der Pariser Nachtwelt in einer Reihe opulent gestalteter, ineinander übergehender Räume.
Gründer Alexander Schrack und Innenarchitektin Theresa Obermoser haben einen Ort geschaffen, der Seidenbespannungen, Samtmöbel, Naturstein und patinierte Metallelemente kombiniert. So entsteht ein Ambiente, das luxuriös wirkt, ohne zu protzen.
Die einzelnen Räume spielen mal mit Rost- und Terrakottatönen, mal mit Goldnuancen und Leopardenmuster-Details. Diese Akzente sorgen für eine spielerische, beinahe theatralische Note.
Wenn es draußen dunkel wird, tauchen gedämpftes Licht und viele Nischen das Lokal in eine intime Stimmung und machen Le Fou zu einer der stilvollsten Cocktailadressen Wiens.
Monti, Gstaad, Schweiz
Monti befindet sich im luxuriösen Hotel The Alpina Gstaad in Gstaad und interpretiert alpines Design auf überraschend moderne Weise.
Statt auf Chalet-Klischees zu setzen, haben Architekt Jakob Sprenger und Kreativdirektorin Antonia Crespí einen Raum entworfen, der tief in der Bergwelt verwurzelt ist und zugleich klar und zeitgemäß wirkt.
Wände und Decken sind mit bis zu 200 Jahre altem Holz aus umliegenden Bauernhäusern verkleidet. Möbel aus heimischer Ulme, gewebte Bronze-Elemente und Mohair-Banketten bringen Struktur und Wärme.
Von der großzügigen Terrasse blickt man auf die umliegenden Gletscher. Küchenchef Martin Göschel verleiht dem Erlebnis eine persönliche Note, indem er einige Gerichte direkt am Tisch zubereitet und die Gäste so um das Geschehen versammelt.
Finlandia Bistro, Helsinki, Finnland
In der ikonischen Finlandia-Halle in Helsinki zeigt das Finlandia Bistro, wie sich architektonisches Erbe und zeitgenössisches Design harmonisch verbinden lassen.
Das Designstudio Fyra stand vor der Aufgabe, eines der bedeutendsten modernistischen Wahrzeichen Finnlands aus dem Jahr 1971 behutsam zu erneuern. Im Restaurant ist ihm der Spagat zwischen Bewahren und Weiterentwickeln gelungen.
Originalmöbel des Architekten Alvar Aalto stehen neben eigens angefertigten, modernen Stücken. So entsteht ein Interieur, das warm, einladend und belebt wirkt, nicht wie ein Museum.
Das Ergebnis ist ein Restaurant, das die Geschichte des Hauses würdigt und zugleich wie eine natürliche Erweiterung des kulturellen Lebens erscheint, das durch die Finlandia-Halle pulsiert.
Carbone, London, Vereinigtes Königreich
Der erste europäische Ableger der New Yorker Institution Carbone bringt Old-School-Glamour nach Londons Viertel Mayfair.
Das Restaurant residiert in der früheren US-Botschaft und beschwört den Geist klassischer Supper Clubs der fünfziger Jahre. Es verbindet italienisch-amerikanische Nostalgie mit einem ausgesprochen lebendigen Verständnis von Luxus.
Designer Ken Fulk hat den Raum mit Samtbanketten, polierten Holzvertäfelungen, kunstvollen Mosaiken und zeitgenössischer Kunst ausgestattet, unter anderem von Lola Montes und Ai Weiwei.
Ein handgemaltes Wandbild begleitet die Gäste die große Treppe hinauf und führt sie in eine Folge großzügiger Räume mit Bar, Lounge und prächtigem Hauptrestaurant. Versteckt liegt ein opulenter Private-Dining-Room, der bewusst exklusiv, intim und ganz nach New Yorker Art gestaltet ist.
Marlow, Monaco
Im neu entstandenen Stadtviertel Mareterra in Monaco setzt Marlow auf eine sanftere, charakterstarke Interpretation des Riviera-Luxus.
Künstler und Architekt Hugo Toro hat das Restaurant als Zuhause einer fiktiven britischen Figur entworfen. Inspiration lieferte die lange Geschichte englischer Besucherinnen und Besucher an der Côte d’Azur, die bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurückreicht.
Holzvertäfelte Wände, Möbel im Vintage-Stil und eine zentrale Bar erzeugen die Atmosphäre eines eleganten Privatclubs. Verspielte Details verleihen jeder Ecke eine eigene Persönlichkeit.
In der Küche interpretiert Chef Sébastien Blin britische Klassiker mit mediterranen Einflüssen neu. Heraus kommt ein Restaurant, das zugleich fein und entspannt wirkt, ein wohltuender Kontrast zur schillernden Seite Monacos.
Prix Versailles: Die 16 schönsten Restaurants der Welt
Die 2026er-Liste des Prix Versailles:
- Nobu One Za’abeel, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate
- Le Fou, Wien, Österreich
- Monti, Gstaad, Schweiz
- Akira Back, Hongkong, China
- Hana no Kumo, Hongkong, China
- Monsieur Dior by Anne-Sophie Pic, Beijing, China
- Peridot, Hongkong, China
- Escā Playa, Ras El Hekma, Ägypten
- Finlandia Bistro, Helsinki, Finnland
- Carbone, London, Vereinigtes Königreich
- Rosso, Hinganigada, Indien
- Marlow, Monaco
- Lucia, Los Angeles, Vereinigte Staaten
- Monsieur Dior by Dominique Crenn, Beverly Hills, Vereinigte Staaten
- Mottai, Coral Gables, Vereinigte Staaten
- Amura by Ángel León, Kapstadt, Südafrika