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Sternbaden, Ziegenyoga und Bier-Spa: skurrile Wellnesstrends mit Reisefaktor

Wenig bekannte Wellnesstrends wie Sternenbaden werden immer beliebter
Sternenbaden & Co.: Neue Wellness-Trends werden immer beliebter Copyright  Greg Rakozy/Unsplash
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Von Saskia O'Donoghue
Zuerst veröffentlicht am
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Statt klassischem Spa oder Yoga-Retreat buchen Reisende derzeit ausgefallene Wellness: Begräbnisse im Vulkansand, Bierbäder, Kakao-Rituale und Yoga mit Ziegen.

Wellness bedeutet längst mehr als ein Spa-Wochenende zu buchen oder eine Yogastunde zwischen zwei Sightseeing-Terminen einzuschieben. Die globale Wellnessbranche ist inzwischen mehrere Billionen Euro schwer, und die Reiseindustrie setzt zunehmend auf ungewöhnliche Wege, damit wir uns schlicht besser fühlen.

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Von Schlaf-Retreats über Waldbaden bis zu Kaltwasserbädern und Digital Detox: Wellness-Reisen drehen sich immer weniger nur um Entspannung, sondern darum, etwas ganz anderes auszuprobieren.

Wer genug hat von klassischen Paketen aus Massage und Meditation, sollte diese besonders skurrilen Wellness-Trends auf dem Schirm haben.

Sandbaden

In Teilen von Japan nimmt Wellness eine ausgesprochen ungewöhnliche Form an: Reisende lassen sich bis zum Hals in natürlich erhitztem Vulkansand eingraben.

Die Tradition heißt „Sunamushi“. Besucher legen sich in eigens vorbereiteten Sand, während Mitarbeitende den Körper sanft bedecken und nur der Kopf frei bleibt.

Die Wärme soll entspannen und die Durchblutung fördern. Gleichzeitig erzeugt das Gewicht des Sands ein seltsam beruhigendes Gefühl, als wäre man eingehüllt.

Ein durchschnittlicher Spa-Besuch ist das nicht. Wer sich wie eine menschliche Ofenkartoffel langsam durchwärmen lässt, spricht sicher nicht jeden an. Für alle, die es ausprobieren, bleibt es aber eine unvergessliche Begegnung mit einer der ungewöhnlichsten Wellness-Traditionen Japans.

Eselsmilch und Kakao-Rituale

Ein italienisches Spa denkt Wellness deutlich weiter als ein typischer Spa-Tag.

Im Il Salviatino, einer Florentiner Residenz aus dem 15. Jahrhundert, umgeben von zwölf Hektar Garten, basieren die Anwendungen auf alten Schönheitsritualen, Alchemie und regionalen Zutaten. Darunter zwei, mit denen wohl kaum jemand rechnet: Eselsmilch und Kakao.

Das „nährende Eselsmilch-Ritual“ nimmt sich Schönheitspraktiken zum Vorbild, die mit Kleopatra verbunden werden. Vitaminreiche Eselsmilch spielt dabei die Hauptrolle in einer Behandlung, die die Haut glatter und strahlender machen soll.

Hinzu kommt eine Kakao-Zeremonie. Diese alchemistisch inspirierte Anwendung nutzt Kakao in einem Ritual, das Entspannung und emotionales Wohlbefinden fördern soll.

Wer sich damit nicht anfreunden kann, findet andere Optionen: Kristalltherapie, personalisierte pflanzliche Elixiere oder Phytotherapie – also Heilpflanzenkunde in verständlichen Worten.

Sternengucken und „Star Bathing“

Waldbaden kennt inzwischen fast jede und jeder, der sich mit Wellness beschäftigt. „Star Bathing“ dürfte für viele neu sein.

Sternengucken und Star Bathing werden immer beliebter, um wirklich abzuschalten. Wer bewusst Zeit unter einem klaren Nachthimmel verbringt, kann Tempo rausnehmen, Bildschirme hinter sich lassen und den Kopf vom Dauerrauschen befreien.

Hotels und Retreats in Regionen mit wenig Lichtverschmutzung greifen den Trend auf. Sie bieten geführte Nachtwanderungen unter freiem Himmel oder gleich eigene Observatorien.

Im Schweizer 3100 Kulmhotel Gornergrat können Gäste den Sternenhimmel von einem der höchstgelegenen Observatorien Europas aus erkunden. In Island verfügt das Hotel Rangá über eine eigene Sternwarte, in der Besucher nach der Milchstraße und mit etwas Glück nach den Nordlichtern Ausschau halten.

Bier-Spas

Bier-Spas klingen nach Fantasie, existieren aber ganz real.

Besonders in Tschechien sind sie gefragt. Das Konzept ist simpel: Man steigt in eine warme hölzerne Wanne, gefüllt mit Bier-Zutaten wie Hopfen, Gerste und Hefe, und zapft sich daneben ein echtes Glas Bier aus dem Hahn.

Die Bäder sollen entspannen und die Haut weich machen. Der eigentliche Reiz liegt aber oft darin, später ganz offiziell sagen zu können, man habe seinen Urlaub im Bier gebadet.

Ziegen-Yoga gehört zu den unterhaltsamsten modernen Wellness-Trends
Ziegen-Yoga gehört zu den unterhaltsamsten modernen Wellness-Trends April Walker/Unsplash

Ziegen-Yoga

Ziegen-Yoga ist genau das, was der Name verspricht: eine Yogastunde mit menschlichen Lehrenden und Teilnehmenden – und vierbeinigen Gästen, die eindeutig keine Menschen sind.

Die Gruppe arbeitet sich durch verschiedene Yoga-Posen, während mehrere Ziegen frei durchs Studio laufen. Sie klettern auf Matten, knabbern an Kleidungsstücken und nutzen gelegentlich einen Rücken als perfekten Platz zum Sitzen.

Hier geht es weniger darum, den perfekten „Herabschauenden Hund“ zu üben. Im Vordergrund stehen Spaß, frische Luft und die stimmungshebende Wirkung der Zeit mit Tieren.

Für Reisende, denen klassische Yoga-Retreats zu ernst wirken, bietet Ziegen-Yoga eine deutlich chaotischere Alternative.

Auf die ungelesenen Mails im Posteingang lässt sich schwer konzentrieren, wenn ein Ziegenbaby gerade versucht, auf den eigenen Kopf zu klettern.

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