Vorwiegend ältere Menschen sind in Awdijiwka in der Ukraine zurückgeblieben

Rentnerin lebt mit 7 anderen im Keller an der Front in der Ukraine

Die noch verbliebenen Menschen in Awdijiwka sehen blass und erschöpft aus. Sie kommen kurz aus ihren Wohnungen, um Lebensmittelpakete abzuholen, die Freiwillige in der ukrainischen Frontstadt verteilen.

Die noch verbliebenen Menschen in Awdijiwka sehen blass und erschöpft aus. Sie kommen kurz aus ihren Wohnungen, um Lebensmittelpakete abzuholen, die Freiwillige in der ukrainischen Frontstadt verteilen.

Sie zucken kaum mit der Wimper bei dem ständigen Beschuss. Die prorussische Stadt Donezk liegt nur 13 Kilometer von Awdijiwka entfernt.

Sie tragen die Kartons mit den von einer UN-Organisation geschickten Lebensmittel in die relative Sicherheit ihrer Keller zurück, in denen sie ohne Strom, Gas und Wasser ausharren.

"Es ist sehr schwer Freiwillige haben uns angeboten, uns zu evakuieren, aber wohin sollen wir gehen? Wir sind zu alt", sagt die 74-jährige Svitlana, die sich einen kalten Keller mit fünf Frauen und zwei Männern teilt. Sie alle sind etwa gelichaltrig und haben vor dem Krieg in den Wohngebäude über dem Keller gelebt.

Dicke Decken und Schlafsäcke sind auf acht Betten ausgebreitet.

Eine an der Wand befestigte Taschenlampe ist einzige Lichtquelle.

"Keller sind alle gleich, aber das hier ist unser Keller. Überall, wo wir hingehen, wäre es jetzt kalt", sagt Svitlana, sie hat eine Mütze auf und trägt einen dicken Wintermantel.

"Hier können wir wenigstens nach oben gehen und uns eine zusätzliche Jacke holen". Doch sie berichtet auch, dass viele Leute hier krank sind, es grassiert die Grippe, andere Bewohnerinnen und Bewohner hatten Herz- oder Schlaganfälle oder wurden bei dem Beschuss verletzt.

Fast 10 Monate nach dem Einmarsch von Russlands Truppen in die Ukraine leben nur noch knapp über 2.000 der 30.000 Einwohnerinnen und Einwohner in Awdijiwka. Die meisten Gebäude sind zerstört oder zumindest beschädigt. Ein Polizist der Stadt erklärt gegenüber AFP: "Der Ort und die Gegend drumherum wird immer wieder beschossen. Alle Zivilisten hier sind bedroht."

Die 62-jährige Lyudmila will sich nicht beklagen. Sie lebt mit ihrem Mann Mikola in einem kleinen Haus - die beiden haben einen Ofen, aber es fehlt an Holz zum Feuermachen.

"Die Hoffnung stirbt zuletzt", sagt Svitlana, die Frau aus dem Keller noch. Und sie wisse, wie sie den Raum einigermaßen gemütlich einrichten könne.