Chinas Bevölkerung schrumpft das vierte Jahr in Folge. Trotz Bemühungen der Regierung verzeichnet das Land die niedrigste Geburtenrate seit 1949.
Zum vierten Mal in Folge ist Chinas Bevölkerung geschrumpft und liegt auf einem historischen Tief.
Nach Jahrzehnten strenger Geburtenkontrolle probieren die Behörden neue Maßnahmen, um größere Familien zu fördern: Sie reichen von Steuern auf Kondome bis zu von der Mehrwertsteuer befreiter Kindergartenbetreuung.
Dennoch zeigen neue Bevölkerungszahlen, dass die Einwohnerzahl auch 2025 weiter sank. Sie liegt nun so niedrig wie nie zuvor.
Im vergangenen Jahr lag die Bevölkerung bei 1,404 Milliarden, rund drei Millionen weniger als 2024.
Auch die Zahl der Geburten ging zurück: 2025 wurden 7,92 Millionen Kinder geboren, nach 9,54 Millionen im Jahr zuvor. Das ist der niedrigste Wert seit der Gründung der Volksrepublik 1949.
China war einst das bevölkerungsreichste Land der Welt. Indien überholte China 2023.
Wie viele andere Länder steht China vor einer sinkenden Geburtenrate. Laut Daten der Weltbank lag sie 2023 nur bei eins, weit unter den 2,1, die als 'Reproduktionsniveau' gelten, um die Bevölkerung stabil zu halten.
Über Jahrzehnte setzte die Regierung die sogenannte Ein-Kind-Politik durch. Familien durften nicht mehr als ein Kind haben.
Nach Jahren des Rückgangs hob die Regierung 2015 die Grenze auf zwei Kinder an und 2021 auf drei. Trotzdem sinken die Zahlen weiter.
Um den Trend zu stoppen, hat die Regierung mehrere Maßnahmen beschlossen, die Familien unterstützen und Geburten fördern sollen.
Neue Steuer auf Kondome
Ab dem 1. Januar 2026 sind Kondome und andere Verhütungsmittel nicht länger von Steuern befreit. China will damit die Geburtenrate steigern.
Die 2024 beschlossene Regelung führt dazu, dass auf diese Produkte nun 13 Prozent Mehrwertsteuer fällig werden.
Um Menschen zu ermutigen, eine Familie zu gründen oder zu vergrößern, und die finanzielle Last zu senken, streicht die Regierung zugleich die Mehrwertsteuer für Kinderbetreuungsanbieter, Einrichtungen der Altenpflege und Dienstleistungen rund um die Eheschließung.
Das Land gewährt nun Betreuungszuschüsse für das erste, zweite und dritte Kind bis zum Alter von drei Jahren. Familien erhalten im Rahmen des Programms einen von der Regierung so genannten 'Fruchtbarkeitsbonus' von 3.600 Yuan (über 430 Euro) pro Kind und Jahr bis zum dritten Geburtstag.