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Aufruf zum Wasser sparen in Zypern: Notstand wegen Wasserknappheit

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Archivfoto Copyright  PETROS KARADJIAS/AP
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Von Ioannis Karagiorgas
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Global sind wir in das Zeitalter des Wasserbankrotts eingetreten, hieß es zuletzt in einem UN-Bericht. In Zypern ist es gerade Realität: Die Regierung appeliert an die Bevölkerung, den Wasserverbrauch zu reduzieren und hofft auf Unterstützung aus dem Ausland.

Zypern befindet sich im Hinblick auf seine Wasserressourcen im Ausnahmezustand. Die Niederschläge der vergangenen Wochen waren bei weitem nicht ausreichend, um erneut Reserven anzulegen.

Der Zufluss zu Staudämmen auf der Insel beträgt lediglich zwei Millionen Kubikmeter, so der Landwirtschaftsministerum. Faktisch bedeute das eine Menge, die gegen Null geht.

Staatlicher Aufruf zum Wassersparen

Das Landwirtschaftsministerium in Zypern hat dazu aufgerufen, den Wasserverbrauch um 10 Prozent zu senken. Grob umgerechnet bedeutet das, dass pro Tag zwei Minuten weniger Wasser fließen sollte.

Die Landwirte wurden bereits darüber informiert, dass die Wassermenge, die sie in diesem Jahr erhalten werden, im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent gekürzt wird.

Daher hat der zyprische Ministerrat auf einer Dringlichkeitssitzung ein neues Maßnahmenpaket im Wert von 31 Millionen Euro beschlossen. Insgesamt belaufen sich die Projekte insgesamt auf mehr als 200 Millionen Euro.

Nach Angaben der Regierung sollen darüber hinaus bis Ende 2026 insgesamt neun neue Entsalzungsanlagen in Betrieb genommen werden. Die Maßnahmen sind jedoch noch nicht abgeschlossen, und die Bürger sind aufgefordert, sich an den Bemühungen zu beteiligen.

Auf länderübergreifender Ebene ist Zypern auch mit den Vereinigten Arabischen Emiraten im Gespräch über das Problem der Wasserknappheit, sowohl um Fachwissen bereitzustellen als auch um Entsalzungsanlagen zu liefern.

Das arabische Land hat im Jahr 2025 im Rahmen eines bilateralen Abkommens 13 Entsalzungsanlagen kostenlos nach Zypern geliefert.

Unumkehrbarer Verlust von Süßwasserreserven

Die UN hat zuletzt einen Bericht veröffentlicht, in dem es heißt, man sei nun im Zeitalter des globalen Wasserbankrotts angekommen. Weltweit schrumpfen Seen, sinken Grundwasserspiegel und verschwinden Feuchtgebiete. UN-Experten warnen, dass es sich dabei nicht um eine vorübergehende Krise handle.

Vielmehr sei der Verlust von Süßwasserreserven nach Angaben des jüngsten Berichts nicht mehr umkehrbar. Mehr als die Hälfte der großen Seen weltweit haben seit Anfang der 1990er-Jahre Wasser verloren. Etwa zwei Drittel der großen Grundwasserleiter zeigen langfristige Rückgänge. Dutzende Flüsse fließen in bestimmten Monaten des Jahres nicht mehr bis zum Meer. Und etwa ein Drittel der Gletschermasse sei seit den 1970er-Jahren verloren gegangen.

"Die Botschaft des UN-Berichts ist nicht Verzweiflung, sondern Klarheit", sagt Kaveh Madani, Direktor des UN-Instituts für Wasser, Umwelt und Gesundheit und Hauptautor des neuen Wasserberichts. Bereits jetzt würden etwa vier Milliarden Menschen mindestens einen Monat im Jahr unter schwerer Wasserknappheit leiden.

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