Trump hält ein baldiges Ende des Krieges für möglich, nennt aber keinen Zeitplan. Gleichzeitig verschärft er den Ton und droht mit weiteren Schlägen, falls Teheran den Ölfluss in der Straße von Hormuz stört. Schluss soll erst sein, wenn Washington seine Kriegsziele erreicht sieht.
US-Präsident Donald Trump sagte am Montag, der Iran-Krieg könne "sehr bald" vorbei sein. Zugleich ließ er eine Eskalation offen. Das gelte insbesondere dann, falls der Iran die weltweiten Öllieferungen beeinträchtige. Zuvor waren die Energiepreise nach der Ernennung eines neuen Hardliners zum Obersten Führer in Teheran gestiegen.
Einen Tag nachdem der Iran Ayatollah Modschtaba Chamenei zum Nachfolger seines verstorbenen Vaters gewählt hatte, zogen die Ölpreise kurz an. Zeitweise erreichten sie den höchsten Stand seit 2022. Einige Anleger werteten das als Zeichen, dass der Iran zehn Tage nach Beginn des von den USA und Israel begonnenen Krieges einlenken könnte.
Später gaben die Preise jedoch wieder nach. Auch die US-Börsen legten zu, weil viele Investoren hofften, der Krieg könne bald enden.
Trump droht mit Eskalation
"Wir haben einen kleinen Ausflug" in den Nahen Osten unternommen, "um etwas Böses loszuwerden. Und ich denke, Sie werden sehen, dass es ein kurzfristiger Ausflug sein wird", sagte Trump vor republikanischen Abgeordneten in seinem Golfclub bei Miami im Bundesstaat Florida.
Stunden später drohte Trump dem Iran auf Truth Social. "Wenn der Iran irgendetwas tut, das den Ölfluss in der Straße von Hormuz stoppt, werden die Vereinigten Staaten von Amerika ihn 20 Mal härter treffen als bisher", schrieb er.
Zudem kündigte er weitere Angriffe an. "Wir werden leicht zu zerstörende Ziele ausschalten, die es dem Iran praktisch unmöglich machen werden, jemals wieder als Nation aufgebaut zu werden", hieß es weiter. Und: "Tod, Feuer und Wut werden über sie herrschen – aber ich hoffe und bete, dass es nicht dazu kommt."
Ein Sprecher der paramilitärischen Revolutionsgarden reagierte in den staatlichen iranischen Medien. Ali Mohammad Naini sagte: "Der Iran wird bestimmen, wann der Krieg endet."
Ziele der USA und Folgen des Krieges
Der Krieg hat wichtige Öl- und Gaslieferungen für die Weltmärkte beeinträchtigt. In den USA und vielen europäischen Ländern stiegen die Spritpreise. Zugleich flohen Ausländer aus mehreren Geschäftszentren. Millionen Menschen suchten Schutz, nachdem Bomben Militärbasen, Regierungsgebäude sowie Öl- und Wasseranlagen getroffen hatten. Auch Hotels und mindestens eine Schule wurden beschädigt.
Trump hatte bereits erklärt, Washington wolle Teherans Raketenprogramm zerstören. Außerdem solle die iranische Marine ausgeschaltet werden. Der Iran solle zudem daran gehindert werden, jemals eine Atomwaffe zu erwerben. Und: Teherans Möglichkeiten zur Finanzierung regionaler Stellvertreter und bewaffneter Gruppen sollten beschnitten werden.
Auf einer Pressekonferenz am Montag sagte Trump, die USA hätten alle Kriegsprognosen übertroffen. Man liege "dem Zeitplan deutlich voraus", betonte er. Er verteidigte die Operation als gerechtfertigt. Ohne den Angriff hätten die USA zugesehen, wie der Iran versuche, den Nahen Osten zu "übernehmen".
"Sie wollten den Nahen Osten übernehmen. Hätte die Operation Midnight Hammer nicht stattgefunden, wäre das definitiv der Fall gewesen", sagte Trump. Der Iran hätte dann "innerhalb weniger Wochen" eine Atomwaffe gehabt. "Aber sie hat stattgefunden. Das war ein Rückschlag."
Trump verwies außerdem auf Irans Raketenproduktion. Der Iran habe in den vergangenen sechs Monaten "über tausend" Raketen kaufen und herstellen können, sagte er. Diese seien auf verschiedene Länder gerichtet gewesen. Trump behauptete, "über tausend" Raketen seien etwa auf die Vereinigten Arabischen Emirate abgefeuert worden. "Dann wollten sie den Nahen Osten erobern. Wir waren zuerst da", sagte er.
Neue Angriffswellen in Iran und Vergeltung
Trump rühmte sich, das US-Militär habe Irans Luftwaffe und Teile der Luftabwehr bereits ausgeschaltet. Auch Radar- und Telekommunikationssysteme seien getroffen worden. Zudem seien mehrere Führungsebenen des Landes "vollständig" außer Gefecht gesetzt. Zugleich machte er klar: Die Kämpfe würden weitergehen, bis weitere Ziele erreicht seien.
Die Angriffe auf Teheran wurden am Montag fortgesetzt. Beobachter bezeichneten sie als eine der schwersten Angriffswellen auf die Hauptstadt seit Kriegsbeginn am 28. Februar. In der Stadt waren mehrere Explosionen zu hören. Lokale Medien berichteten zunächst nicht über Schäden oder Opfer.
Israel teilte am Montag mit, es fliege "eine groß angelegte Angriffswelle". Ziele seien die Stadt Isfahan, Teheran und der Süden des Landes. Nach Angaben des israelischen Militärs wurden Dutzende Infrastruktureinrichtungen getroffen. Dazu zählte demnach auch das Drohnenhauptquartier des Korps der Revolutionsgarden.
Israel greift nach eigenen Angaben weiterhin täglich Ziele im Libanon an. Dabei gehe es um Hisbollah-Mitglieder und Infrastruktur.
Auch der Iran setzte seine Vergeltungsschläge fort. Teheran feuerte mehrere Salven aus Raketen und Drohnen auf Israel und mehrere benachbarte Golfstaaten ab. Zudem feuerte die vom Iran unterstützte Hisbollah vom Libanon aus Raketen auf Israel.
Das israelische Militär warnte die Bevölkerung am Montag mehrfach vor ankommenden Raketen. Nach Angaben der Armee wurde eine Person getötet. Damit stieg die Zahl der Toten auf israelischer Seite auf 11.
Nach jüngsten Regierungsangaben hat der Krieg bisher mindestens 1.230 Menschen im Iran getötet. Im Libanon seien 397 Menschen ums Leben gekommen. Auch sieben US-Soldaten wurden demnach bei den Kämpfen getötet.