Nach dem Wahlsieg der TISZA-Partei reagiert Orbán: Fidesz soll umgebaut werden, sein Mandat gibt er auf.
Der scheidende Ministerpräsident kündigte an, am Samstag um 17 Uhr nach einer Sitzung des Fidesz-Vorstands eine Erklärung zur Zukunft der Partei abzugeben. In einer Videobotschaft sagte er:
"Die Diskussionen über die Erneuerung der nationalen Seite, unserer Fraktion und den Schutz unserer Gemeinden laufen auf Hochtouren. Alle unsere Kandidaten wurden angehört. Wir brauchen die Ansichten, die Erfahrung und das Engagement aller Mitglieder unserer Gemeinschaft."
Zugleich kündigte er weitreichende personelle und strukturelle Änderungen an. Die Fraktion, die sich am Montag konstituieren soll und von Gergely Gulyás geleitet wird, werde "radikal umstrukturiert".
Außerdem erklärte Viktor Orbán, er werde sein über die Fidesz-KDNP-Liste errungenes Parlamentsmandat zurückgeben: "Wir brauchen mich jetzt nicht im Parlament, sondern bei der Neuorganisation der nationalen Seite."
Für die kommende Woche kündigte er zudem einen nationalen Parteikongress an. Der ursprünglich für den Herbst geplante Erneuerungskongress solle auf Juni vorgezogen werden.
"Ich stehe seit fast vier Jahrzehnten an der Spitze unserer Gemeinschaft. In dieser Zeit haben wir Erfolge und Misserfolge, Wahlsiege und Niederlagen erlebt. Aber eines hat sich nicht geändert: Dieses Lager war immer die geschlossenste politische Gemeinschaft in Ungarn – und diese Einheit wird jetzt gebraucht", sagte Orbán. Die Parteiführung habe ihm vorgeschlagen, den Vorsitz fortzuführen. "Wenn der Kongress mir das Vertrauen schenkt, bin ich bereit, diese Aufgabe zu übernehmen."
Orbán äußerte sich damit zum zweiten Mal öffentlich seit der Wahlniederlage seiner Partei.
Er steht – mit einer kurzen Unterbrechung – seit fast drei Jahrzehnten an der Spitze von Fidesz und ist seit 2003 durchgehend Parteivorsitzender.
Nach dem deutlichen Wahlsieg der TISZA-Partei am 12. April kann Fidesz 42 Abgeordnete über die nationale Liste in das neue Parlament entsenden.