Zum Jahrestag der Marienerscheinung von Fátima haben in Portugal tausende Menschen an der traditionellen Lichterprozession und den Feierlichkeiten im Heiligtum teilgenommen. An diesem Mittwoch endete die alljährliche Mai-Wallfahrt.
Zum Jahrestag der Marienerscheinung haben in der portugiesischen Kleinstadt Fátima etwa 250.000 Menschen den Gebetsplatz des Heiligtums in ein Lichtermeer verwandelt. Unter den Anwesenden war auch der portugiesische Ministerpräsident Luís Montenegro.
Am 13. Mai 1917 soll hier auf einem Feld drei Hirtenkindern die Jungfrau Maria erschienen sein und ihnen befohlen haben, an jedem 13. hierher zurückzukommen. Bei weiteren Erscheinungen am jeweils 13. eines Monats wollen die Kinder drei Geheimnisse von Maria erfahren und Tausende Schaulustige ein Sonnenwunder gesehen haben.
Heute ist Fátima zu einem so beliebten Wallfahrtsort geworden, dass die traditionelle Lichterprozession am Vorabend jedes 13. sogar täglich abgehalten wird. Nach Angaben des Heiligtums besuchten 2024 über das gesamte Jahr verteilt gut sechs Millionen Pilger die Wallfahrtsstätte. Die meisten ausländischen Pilger kämen aus Polen, Italien, Frankreich, Brasilien und Mexiko.
An diesem Mittwoch endete zum Jahrestag der Erscheinung die alljährliche Internationale Mai-Wallfahrt. Der Patriarch von Lissabon, der die Wallfahrt leitete, beklagte eine Welt, die von Krieg, Gewalt und der Spaltung der Völker gezeichnet sei. Er rief zu Vergebung, Versöhnung und Nächstenliebe auf.
Ebenfalls an einem der Jahrestage, am 13. Mai 1981, wurde das Attentat auf den damaligen Papst Johannes Paul II. auf dem Petersplatz in Rom verübt. Der Papst wurde zwar verletzt, entging aber dem Tod. Er schrieb Maria seine Rettung zu und dankte ihr bald darauf ebenfalls mit einer Wallfahrt nach Fátima.
Sein heutiger Nachfolger Papst Leo XIV. erinnerte denn auch an diesen 45. Jahrestag des Attentats und kniete an diesem Mittwoch an der Marmorplakette an der Stelle nieder, an der Johannes Paul II. vor 45 Jahren von Mehmet Ali Agca niedergeschossen worden war. Bei der anschließenden Generalaudienz verwies Leo XIV. auch auf den Gedenktag der Muttergottes von Fátima.