Die rumänische Stadt Galați steht nach einem russischen Drohnenabsturz unter Schock: Die Bewohner fürchten neue Angriffe. Doch sind sie ausreichend darauf vorbereitet?
Die russische Drohne, die in Galați in ein Wohnhaus gestürzt ist, hat in ganz Europa und auch im NATO-Bündnis scharfe Kritik ausgelöst.
Doch auch in der ostrumänischen Stadt wächst die Sorge unter den Einwohnern. Russland hat seine Angriffe auf die Ukraine in den vergangenen Monaten verstärkt. Viele Menschen befürchten, dass sich solche Vorfälle wiederholen könnten.
Vasile Opincă wohnt in der Nähe des Gebäudes, das am Freitag getroffen wurde. Er erzählte Euronews, dass er nun regelmäßig von seiner Wohnung im 10. Stock aus den Himmel und die Umgebung absucht, aus Angst vor einem neuen Zwischenfall.
„Natürlich haben wir Angst“, sagte er. „Ich habe keinen anderen Zufluchtsort als unter dem Tisch.“
Der 87-Jährige macht sich außerdem Sorgen, dass er im Notfall nicht genügend Vorräte hätte, um durchzuhalten, bis Hilfe eintrifft.
„Das Essen im Kühlschrank ist alles, was ich habe“, sagte er Euronews. Ohne Stromausfall wäre das noch zu bewältigen, doch ein längerer Blackout würde die Lage deutlich verschärfen.
Auch Eltern fragen sich, wie sie ihre Kinder im Fall eines Drohnenangriffs schützen können. Schulen üben derzeit nur, wie man sich bei Erdbeben verhält. Einige Eltern fordern, die Notfallpläne zu erweitern, um der wachsenden Bedrohung durch Drohnen Rechnung zu tragen.
„Diese Drohnenvorfälle häufen sich“, sagte Liviu Stoain, der Vater eines zehnjährigen Schülers, zu Euronews. „Die Schule sollte die Kinder darauf vorbereiten und ihnen erklären, was passieren kann.“
Stoain findet, solche Schulungen sollten nicht nur für Schülerinnen und Schüler gelten. „Die Bevölkerung insgesamt, zuerst hier in Galați, sollte sehr gut geschult werden.“
Die Drohne gehörte zu einem nächtlichen Angriff auf die Ukraine, änderte dann jedoch ihren Kurs und stürzte in Rumänien ab, einem NATO-Mitgliedstaat. Sie schlug auf dem Dach eines Wohnhauses ein und löste einen Brand aus. Zwei Menschen wurden verletzt, die Bewohner mussten das Gebäude verlassen.
Unklar ist, warum die Drohne ihren Kurs änderte. Der Vorfall verstärkte jedoch die Sorge, dass sich der Krieg über die Grenzen des Bündnisses hinaus ausweiten könnte.
NATO-Generalsekretär Mark Rutte erklärte, er habe mit Dan gesprochen und dem Verbündeten seine „absolute Solidarität“ zugesichert.
„Die NATO steht bereit, jeden Zentimeter Bündnisgebiet zu verteidigen. Wir werden unsere Einsatzbereitschaft weiter erhöhen, um jede Bedrohung abzuschrecken und abzuwehren, auch durch Drohnen“, schrieb er in einem Beitrag auf X.