Der Vorsitzende des französischen Rassemblement National hat in Brüssel Kontakte zur flämischen Nationalistenpartei Vlaams Belang vertieft. Im flämischen Parlament warb er für eine engere Zusammenarbeit gleichgesinnter Parteien in der Migrations- und Asylpolitik. Nur abgestimmtes Vorgehen könne die Entscheidungen in der Europäischen Union grundlegend verändern, sagte er. Der Besuch fällt in eine Phase, in der der Blick in Frankreich bereits auf die Präsidentschaftswahl 2027 gerichtet ist. Je nach Ausgang juristischer und parteiinterner Entwicklungen im Rassemblement National könnte Bardella dort eine Schlüsselrolle spielen.
Zur Veranstaltung in Brüssel kamen sowohl Anhängerinnen und Anhänger als auch mehrere Hundert Demonstrierende vor dem Parlamentsgebäude. Die Protestierenden warfen Bardellas Bewegung vor, eine Politik zu vertreten, die ihrer Ansicht nach Gleichberechtigung und demokratische Freiheiten untergräbt. In seiner Rede lobte Bardella das seit zehn Jahren bestehende Bündnis mit Vlaams Belang und begrüßte geplante EU-Regelungen, nach denen Asylanträge außerhalb Europas bearbeitet und Abschiebungen beschleunigt werden könnten.
Der Besuch ist Teil einer breiteren diplomatischen Offensive, die ihn bereits nach Portugal und Italien geführt hat. Nationalistische Parteien wollen damit mehr Einfluss auf die Migrations- und Umweltpolitik und auf die künftige Ausrichtung der Europäischen Union gewinnen.