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USA: Jobwachstum bricht ein, Eurozonen-Arbeitslosigkeit bleibt auf Rekordtief

ARCHIV: Eine Arbeitssuchende wartet bei einer Jobmesse in Sunrise, Florida, im August 2025 auf ein Gespräch mit einer Recruiterin.
ARCHIV: Ein Arbeitssuchender wartet bei einer Jobmesse in Sunrise, Florida, auf ein Gespräch mit einem Personalvermittler, August 2025. Copyright  AP Photo/Marta Lavandier
Copyright AP Photo/Marta Lavandier
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Neue Arbeitsmarktdaten zeigen transatlantische Kluft: US-Jobzuwachs bremst, Eurozone hält Rekordtief bei Arbeitslosigkeit.

Neue Arbeitsmarktdaten vom Donnerstag zeigen, wie weit die wichtigsten Industrieländer auseinanderdriften. In den USA stockt die Einstellung neuer Mitarbeiter deutlich, Europas Arbeitsmärkte bleiben dagegen historisch widerstandsfähig.

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Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums sind die Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft im Juni nur um 57.000 Stellen gestiegen. Die Märkte hatten mit 113.000 neuen Jobs gerechnet. Im Vormonat waren noch 172.000 Stellen hinzugekommen.

Trotz des deutlichen Rückgangs bei der Gesamtzahl neuer Stellen ist die US-Arbeitslosenquote überraschend leicht gesunken: Sie liegt nun bei vier Komma zwei Prozent nach vier Komma drei Prozent im Mai.

Andere Kennzahlen zeichnen ein differenzierteres Bild der US-Konjunktur.

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe blieb in der Berichtswoche mit 215.000 exakt stabil, entgegen Prognosen von Analysten, die rund 218.000 Anträge erwartet hatten. Die laufenden Anträge gingen leicht auf 1,814 Millionen zurück und lagen damit unter der erwarteten Marke von 1,820 Millionen.

Hinweisschild zur Personalsuche für Verkaufsprofis in einem Geschäft in Vernon Hills im US-Bundesstaat Illinois, April 2026
Hinweisschild zur Personalsuche für Verkaufsprofis in einem Geschäft in Vernon Hills im US-Bundesstaat Illinois, April 2026 AP Photo/Nam Y. Huh

Auf der anderen Seite des Atlantiks zeigt der europäische Arbeitsmarkt weiterhin eine bemerkenswerte Stabilität.

Nach Angaben der Statistikbehörde Eurostat blieb die Arbeitslosenquote im Euroraum im Mai bei sechs Komma zwei Prozent. Sie verharrt damit auf einem Rekordtief für die Währungsunion.

Der Wert entspricht genau den Erwartungen der Finanzmärkte und unterstreicht, wie angespannt der europäische Arbeitsmarkt bleibt, obwohl die Konjunkturaussichten auf dem Kontinent weiter unsicher sind.

Notenbanken: Konsequenzen der Arbeitsmarktdaten

Die jüngsten Arbeitsmarktdaten kommen für die US-Notenbank Federal Reserve und die Europäische Zentralbank zu einem entscheidenden Zeitpunkt für ihre weitere Geldpolitik.

In den USA ist der starke Einbruch beim Stellenaufbau außerhalb der Landwirtschaft ein deutliches Signal, dass der Arbeitsmarkt unter den straffen Finanzierungsbedingungen spürbar nachgibt.

Die Federal Reserve hat ihre Zinserhöhungen im Juni vorerst gestoppt und die Kreditkosten stabil gehalten. Die Währungshüter wollen den verzögerten Effekt des bisherigen Straffungskurses abwarten.

Die niedrigere offizielle Arbeitslosenquote von vier Komma zwei Prozent sorgt zwar für ein gemischtes Bild. Die schwache Zahl von 57.000 neuen Stellen dürfte die vorsichtige Haltung der Fed aber eher bestätigen.

Analysten halten es für möglich, dass die Federal Reserve bei ähnlich schwachen Daten später im Jahr unter Druck gerät, über Zinssenkungen zu sprechen, um eine breitere Konjunkturschwäche im Jahr 2026 zu verhindern. Derzeit gilt ein einzelner schwacher Bericht jedoch als zu wenig für einen Kurswechsel.

„Das verfehlte Lohn- und Gehaltswachstum wirkt wie ein Konjunkturwackler, und reflexartig werden wieder Zinssenkungen eingepreist. Genau darin liegt die Falle. Die Arbeitslosigkeit ist gerade auf vier Komma zwei Prozent gefallen, eine eher straff ausgerichtete Fed hat damit genügend Argumente, einen einzelnen schwachen Arbeitsmarktbericht zu ignorieren – Entlastung muss also nicht kommen“, sagte Iggy Ioppe, Investmentchef beim Vermögensverwalter Theo.

„Ein schwacher Wert nimmt sofort Druck von weiteren Zinserhöhungen, das zeigt sich im Markt schon, bevor die Schlagzeilen verdaut sind. Schwächere Daten sind aber nicht automatisch positiv für Aktien. Die Warsh-Fed legt mehr Wert auf ihre Glaubwürdigkeit beim Kampf gegen die Inflation und weniger auf Vorabhinweise, deshalb dürfte ein einzelner schwacher Bericht nicht ausreichen, um eine weiter auf Preisstabilität fixierte Fed umzustimmen“, sagte abschließend Fabian Dori, Investmentchef der Sygnum Bank.

Für die Europäische Zentralbank stellt sich die Lage anders dar. An einem späteren Kurswechsel hin zu Zinssenkungen besteht kaum Zweifel.

Die stabile Arbeitslosenquote von sechs Komma zwei Prozent im Euroraum zeigt, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften im Inland hoch bleibt und die Inflation weiterhin ein zentrales Thema ist.

Die EZB hat im Juni eine weitere Zinserhöhung beschlossen und dies mit hartnäckigem Preisdruck begründet. Bei einer Beschäftigung nahe historischen Höchstständen sehen sich viele europäische Entscheidungsträger in einer strikten, eher straff ausgerichteten Linie bestätigt.

Die Robustheit des europäischen Arbeitsmarktes verschafft der Zentralbank eine solide Basis, um straffere Finanzierungsbedingungen zu verkraften, ohne sofort eine Rezession auszulösen.

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