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Großbritannien plant freiwillige nächtliche Social-Media-Sperre für 16- und 17-Jährige

Eine Jugendliche blickt am Montag, 15. Juni 2026, in London auf ihr Mobiltelefon. (AP Photo/Kin Cheung)
Eine Jugendliche blickt am Montag, 15. Juni 2026, in London auf ihr Handy. (AP Photo/Kin Cheung) Copyright  AP Photo
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Von Greta Ruffino
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Das Verbot betrifft Plattformen wie Snapchat, TikTok, YouTube, Instagram, Facebook und X, nicht jedoch Messenger-Dienste wie WhatsApp und Signal.

Die britische Regierung hat am Mittwoch Pläne für eine freiwillige nächtliche Social-Media-Sperre für 16- und 17-Jährige vorgestellt. Damit will sie die Gefahren im Netz für junge Menschen weiter verringern.

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Zudem sollen bei älteren Teenagern standardmäßig Funktionen deaktiviert sein, die Nutzerinnen und Nutzer besonders lange scrollen lassen. Dazu gehören etwa Videos, die automatisch nacheinander abspielen.

Die Maßnahmen gehören zu den letzten Initiativen der Regierung von Premierminister Keir Starmer. Damit sie in Kraft treten können, ist ein Gesetz nötig.

Allgemein wird erwartet, dass sein wahrscheinlicher Nachfolger Andy Burnham die Pläne weiterverfolgt.

Kritikerinnen und Kritiker zweifeln jedoch am Nutzen der Schritte. Ihrer Ansicht nach würden Jugendliche die Voreinstellungen einfach wieder ändern.

Der britische Minister für Online-Sicherheit, Kanishka Narayan, wies diesen Einwand zurück. Es sei ein „Bärendienst“ an Jugendlichen, so zu argumentieren.

Ein iPhone mit geöffneter Facebook-App in New Orleans, 11. August 2019
Ein iPhone mit geöffneter Facebook-App in New Orleans, 11. August 2019 AP Photo

„Im Oktober haben einige Plattformen solche Standardeinstellungen eingeführt. Mehr als 90 % der Jugendlichen haben uns gesagt, dass sie diese Einstellungen beibehalten haben“, sagte er dem Sender Sky News. Er verwies auf ein Pilotprojekt mit mehr als 300 Jugendlichen und Eltern im ganzen Vereinigten Königreich. In dieser Studie sei die Social-Media-Nutzung über Nacht deutlich zurückgegangen, Schlaf und Konzentration hätten sich verbessert.

„Die Datenlage ist also klar, und auch die Motivation ist klar. Ich möchte Jugendlichen nicht den Bärendienst erweisen zu behaupten, sie würden das ohnehin alle abschalten.“

Die Kinderrechtsorganisation NSPCC, die größte des Landes, begrüßte die Vorschläge als Schritt zu besseren Erfahrungen von jungen Menschen in sozialen Medien. Allein reichten sie aber nicht aus.

„Ohne weitere, deutlich stärkere Maßnahmen bleiben sie ein Pflaster, das die suchterzeugenden Designelemente nicht angeht. Diese treiben die hohe Bildschirmzeit und schaden dem Wohlbefinden von Kindern“, sagte NSPCC-Chef Chris Sherwood.

Rachel de Souza, Kinderbeauftragte für England, nannte den Vorstoß einen „positiven Schritt“. Viele Jugendliche wollten ihre Social-Media-Nutzung reduzieren, täten sich damit aber schwer.

„Ich möchte genauer wissen, wie Regelungen wie eine Sperrstunde konkret umgesetzt werden. Ich werde genau hinschauen, ob sie tatsächlich Wirkung zeigen“, sagte sie.

Weitere Quellen • AP

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