Nach tödlichen Waldbränden mit mindestens zwölf Opfern will Algeriens Präsident Tebboune die Todesstrafe für Brandstifter wieder einführen. Seit 1993 gilt im Land ein Moratorium für Hinrichtungen.
Algeriens Präsident Abdelmadjid Tebboune will nach den tödlichen Waldbränden, die Teile des Landes verwüstet haben, die Todesstrafe für Brandstifter wieder einführen.
Am Donnerstag rief Tebboune drei Tage Staatstrauer aus. Im Nordosten des Landes waren bei den Bränden mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen, Dutzende weitere wurden verletzt. In einer Erklärung sprach Tebboune angesichts der Opfer von einer "großen Tragödie".
In Algerien gilt seit 1993 ein Moratorium für die Todesstrafe. Dennoch ordnete das Staatsoberhaupt an, dass bis 15. September eine Änderung des Strafgesetzbuchs vorbereitet wird.
Zwölf Tote, 54 Menschen im Krankenhaus
Innenminister Saïd Sayoud bestätigte fünf Todesopfer in der Provinz Jijel, vier in Béjaïa und drei in Tizi Ouzou. Insgesamt werden 54 Menschen wegen Verbrennungen im Krankenhaus behandelt, sechs davon schweben weiterhin in Lebensgefahr.
Die Zivilschutzbehörde meldete am Donnerstagmorgen noch 46 aktive Feuer von insgesamt 193 Bränden in den vorangegangenen 24 Stunden. In sozialen Netzwerken kursierten über Nacht nicht verifizierte Videos, die gewaltige Flammen zeigen, die Bewohner in ihren Häusern einschließen.
Die nationale Gendarmerie teilte mit, dass drei wichtige Fernstraßen zwischen den östlichen Regionen wegen der Waldbrände in der Nähe von Béjaïa, Jijel und Sétif gesperrt wurden.
Sommerliche Waldbrände treten im Norden Algeriens regelmäßig auf. Häufigere Dürren und extreme Hitze machen sie inzwischen jedoch deutlich heftiger. Im Juli 2023 brannten bei Béjaïa tausende Hektar Wald und Ackerland, Hunderte Häuser wurden zerstört, mehr als 30 Menschen starben. Allein im Juli dieses Jahres registrierten die Behörden landesweit fast 2.000 Feuer.