Kroatiens neue Präsidentin macht vollmundige Versprechungen

Kroatiens neue Präsidentin macht vollmundige Versprechungen
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Kolinda Grabar Kitarovic hat die Präsidentschaftswahlen in Kroatien gewonnen. Sie wird das erste weibliche Staatsoberhaupt des Landes.

Nach der Auszählung von 99 Prozent der Stimmen kam die ehemalige Außenministerin auf 50,4 Prozent, teilte die Wahlleitung mit.

“Ich erwarte keine Verbesserung”, sagt ein Mann in Zagreb. “So lange sich die wirtschaftliche Lage nicht bessert, wird sich nichts ändern. Wir brauchen Arbeitsplätze; und wir wissen ja, wie die Politiker arbeiten: Sie tun nichts.”

Nach ihrem Wahlsieg machte Grabar Kitarovic, die von der konservativen Oppositionspartei HDZ aufgestellt worden war, vollmundige Versprechungen und rief ihren Anhängern zu: “Ich verspreche Euch, dass Kroatien ein wohlhabendes und reiches Land sein wird, eines der reichsten Länder der EU und der Welt.”

Derzeit liegt die Arbeitslosigkeit in Kroatien bei fast 20 Prozent, seit sechs Jahren befindet sich das Land in der Rezession. Vom Beitritt zur Europäischen Union im Juli 2013 hatte sich die Bevölkerung einen wirtschaftlichen Aufschwung und eine Besserung der sozialen Verhältnisse versprochen. Dass sich diese Hoffnungen nicht erfüllten, bekam Ivo Josipovic zu spüren. Der bisherige Präsident und Kandidat der Regierungskoalition wurde für die missliche Lage im Land abgestraft, obwohl das Staatsoberhaupt Kroatiens vorrangig repräsentative Aufgaben hat.