"Clash der Zivilisationen": Terror in Paris lenkt Blick der USA auf Außenpolitik

"Clash der Zivilisationen": Terror in Paris lenkt Blick der USA auf Außenpolitik
Von Euronews
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button

In den USA haben die Bewerber um die Nachfolge von Barack Obama die Anschläge in Paris verurteilt und sich gegenseitig kritisiert, weil einander

WERBUNG

In den USA haben die Bewerber um die Nachfolge von Barack Obama die Anschläge in Paris verurteilt und sich gegenseitig kritisiert, weil einander vorwerfen, im Kampf gegen radikalen Islamismus versagt zu haben.

Die Demokraten hielten bei ihrer TV-Debatte in Des Moines im US-Bundesstaat Iowa am Samstag zunächst eine Schweigeminute für die 129 Toten von Paris ab.

Hillary Clinton und ihre internen Rivalen Bernie Sanders und Martin O’Malley diskutierten dann mehr über Außen- als über Innenpolitik. Zuvor hatten vor allem Wirtschaftsthemen die Debatte dominiert.

Der linke Bernie Sanders machte Hillary Clinton für das Chaos im Irak mitverantwortlich, weil sie 2003 für den Einmarsch der US-Truppen gestimmt hatte. Er bezeichnete die Intervention als “einen der schlimmsten außenpolitischen Fehler der modernen Geschichte der USA.”

Der Einmarsch der US-Truppen habe zum Erstarken von Al-Kaida und ISIL sowie zur aktuellen Instabilität der Region beigetragen, erklärte Sanders, derzeit US-Senator von Vermont.

Hillary Clinton, die ihr Votum für die Irak-Intervention schon zuvor als Fehler bezeichnet hatte, sagte, man müsse die Abstimmung in ihrem historischen Kontext sehen.

“Das ist eine unglaublich komplizierte Region der Welt. Und die Lage ist noch komplizierter geworden. Und viele Kämpfe, die jetzt stattfinden sind nicht dieselben wie die, die die USA begonnen haben oder in denen die USA eine Rolle gespielt haben,” erklärte Hillary Clinton.

Für Paris und für Frankreich seien Gebete nicht genug, sagte Clinton zudem.

Hillary on the terror attacks in Paris at the #DemDebate: https://t.co/ov0lBwpS4W

— Hillary Clinton (@HillaryClinton) 15 Novembre 2015

Zudem unterstützte Hillary Clinton die Pläne von Präsident Barack Obama, 10.000 Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen. “Wir sollten bis zu 65.000 aufnehmen, aber nur wenn wir sie genau durchleuchten, selbst wenn das einiges kostet,” sagte Clinton.

Auch viele republikanische Politiker haben Solidarität mit Frankreich bekundet.

Vor allem Donald Trump kritisierte erneut Präsident Barack Obama für dessen Bemerkungen vom Freitag, dass der sogenannte “Islamische Staat” eingedämmt worden sei.

President Obama said "ISIL continues to shrink" in an interview just hours before the horrible attack in Paris. He is just so bad! CHANGE.

— Donald J. Trump (@realDonaldTrump) 14 Novembre 2015

Republikaner Ted Cruz kritisierte Obamas Entscheidung, Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen – vor allem wegen des bei einem Paris-Attentäters gefundenen syrischen Passes.

Und Jeb Bush erklärte, die Terrorangriffe von Paris seien Teil eines Plans, die westliche Zivilisation zu zerstören.

The terror attack in Paris is part of an organized effort to destroy Western Civilization and we must defeat it https://t.co/MGBV2NTyxs

— Jeb Bush (@JebBush) 14 Novembre 2015

Marco Rubio sprach von einem Clash der Zivilisationen.

The #ParisAttacks are a wake up call. This is a clash of civilizations. Either they win or we win. https://t.co/9Ydjxy8KCi

— Marco Rubio (@marcorubio) 14 Novembre 2015

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

Trump gewinnt Vorwahl in South Carolina

USA reagiert auf angebliche Bedrohung durch russisches "nukleares Anti-Satelliten-System"

US-Senat bewilligt 60 Mrd für Ukraine, aber Hilfsgelder für Krieg gegen Russland weiter fraglich