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Lesbos und Idomeni: Stationen auf der Flüchtlingsroute nach Europa

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Lesbos und Idomeni: Stationen auf der Flüchtlingsroute nach Europa

Lesbos und Idomeni: Stationen auf der Flüchtlingsroute nach Europa
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Jeden Tag kommen Boote voller Flüchtlinge auf Lesbos an. Allein am Sonntag und Montag erreichten 8.000 Menschen die griechische Insel.
In Moria hat die griechische Regierung einen Hotspot eingerichtet. Syrer, Afghanen und Iraker werden dort registriert und sollen dann weiterreisen.

Marokkaner, Tunesier, Iraner und Pakistaner haben keinen Flüchtlingsstatus. Ihre einzige Möglichkeit ist, nach Hause zurückzukehren. Das kommt für viele jedoch nicht in Frage. Ahmed und Rasidi sind aus Marokko. Ahmed klagt: “Das hier ist kein Leben. Wir haben nichts zu essen. Es ist kalt.” Rasidi scheint ratlos zu sein: “Wir wissen nicht, wie wir weiterreisen sollen. Aber es muss für alle Marokkaner, die hier sind, eine Lösung gefunden werden.”

Es gibt keinen 20-Jährigen, der sein Land und seine Familie aus wirtschaftlichen Gründen verlassen würde. Ich musste meine Familie verlassen, ich hatte keine Wahl.

Manche kaufen für viel Geld falsche Papiere. Sie hoffen sich so z.B. als Syrer ausgeben zu können. Doch sie werden meist bei den Polizeikontrollen überführt und nach Athen zurückgebracht.

Das griechische Dorf Idomeni an der Grenze zur früheren jugoslawischen Republik Mazedonien ist das Tor nach Europa. Der 20-jährige Sepehr ist aus dem Iran. Er hat 1.600 Euro für einen gefälschten syrischen Pass bezahlt. Er sagt: “Es gibt keinen 20-Jährigen, der sein Land und seine Familie aus wirtschaftlichen Gründen verlassen würde. Ich musste meine Familie verlassen, ich hatte keine Wahl. Ich könnte für mehrere Jahre im Gefängnis landen oder sogar hingerichtet werden, nur weil ich andere Religion gefunden habe. Ich weiß nicht, was ich jetzt machen soll.”

Eine Delegation des Europäischen Wirtschafts und Sozialausschusses (EESC) besucht Lesbos und Idomeni, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Die Griechin Zoe engagiert sich seit April als Freiwillige. Sie erklärt: “Ganz Europa sollte diese Menschen willkommen heißen. Die Regierungen sollten diese Botschaft verstehen. Der Krieg muss aufhören. Diesen Menschen muss geholfen werden, damit sie das Gefühl haben, willkommen zu sein. Es gibt kein schlimmeres Gefühl als ungewollt zu sein.”

Euronews-Journalist Panos Kitsikopoulos fasst zusammen: “Für die Griechen ist Idomeni nur eine Haltestelle auf der Zugfahrt zu den Nachbarn im Norden. Aber für die Flüchtlinge, die es bis hierher geschafft haben, ist es der nächste Schritt, um ins gelobte Land, nach Westeuropa zu gelangen.”