Meldonium-Affäre: Scharapowa kein Einzelfall

Meldonium-Affäre: Scharapowa kein Einzelfall
Von Andrea Büring
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Trotz Doping-Affäre gibt sich Russlands Tennisstar Maria Scharapowa optimistisch: Sie wolle möglichst schnell auf den Tennisplatz zurückkehren. Der

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Trotz Doping-Affäre gibt sich Russlands Tennisstar Maria Scharapowa optimistisch: Sie wolle möglichst schnell auf den Tennisplatz zurückkehren.
Der Tennis-Weltverband ITF suspendierte Scharapowa vorläufig von den Wettkämpfen, seit sie bei den Australian Open positiv auf die verbotene Substanz Meldonium getestet wurde. Ihr droht eine Sperre von vier Jahren.

Dopage: Maria Sharapova est déterminée à rejouer https://t.co/XyjXrcpB55#AFPpic.twitter.com/vYRz9u7DPF

— Agence France-Presse (@afpfr) 10. März 2016

Meldonium steht seit Anfang des Jahres auf der Schwarzen Liste der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA. Diese wirft Scharapowa “bewusste Fahrlässigkeit” vor. Sie nehme das Medikament seit zehn Jahren, erklärte die Hochleistungssportlerin.

Kein Einzelfall

Eine Affäre, die weite Kreise zieht. Jeden Tag wird die Liste der osteuropäischen Spitzensportler länger, die mit Meldonium gedopt haben sollen. Das Medikament war dort lange legal zu haben.
Eisschnelläufer Pawel Kulischnikow gehört zu ihnen sowie Volleyballer Alexander Markin.

Nach Informationen des British Journal of Sports Medicine könnten während der Europaspiele in Baku 2015 fast 500 Athleten verbotene Substanzen eigenommen haben, unter ihnen auch 13 Medaillenträger. Insgesamt nahmen etwa 6000 Hochleistungssportler teil. 15 von 21 Disziplinen waren demnach betroffen.

Mittlerweile werden auch Fälle in Äthiopien bekannt. Nachbar Kenia hat bis zum 5. April Zeit zu belegen, dass eine Antidoping-Behörde über die Einhaltung WADA-Regeln wacht.

Meldonium-Erfinder Ivars Kalvins findet die Vorwürfe übertrieben. Athleten würden Meldonium bei starker physischer Belastung als Schutz vor Herzerkrankungen schützen und die Durchblutung verbessern. Seiner Meinung nach führt es zu keiner Leistungssteigerung.

Verkaufsschlager

Die Negativschlagzeilen haben zumindest für die betroffene Pharmaindustrie einen positiven Nebeneffekt: Die Meldonium -erkaufszahlen sind in den letzten Tagen in die Höhe geschnellt. Es gibt bereits Wartelisten.

#Scharapowa-Effekt. Der Online-Händler Rupharma verkaufte im Jahr 2015 ca. 850 Packungen Meldonium. Nun 150 täglich. pic.twitter.com/K85qCZ9dbo

— Thomas Dudek (@thomas_dudek) 10. März 2016

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