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Generationswechsel bei Samsung eingeleitet

Generationswechsel bei Samsung eingeleitet
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Mitten im Debakel um den Rückruf des Handy-Spitzenmodells Galaxy Note 7 übernimmt ein Enkel des Gründers mehr unternehmerische Verantwortung beim südkoreanischen Großkonzern Samsung Electronics. Eine ausserordentliche Hauptversammlung bestätigte, dass Lee Jae Yong in den neunköpfigen Vorstand des Unternehmens aufrückt.

Damit erhält der 48 Jahre alte Lee mehr Einfluss auf strategische Entscheidungen und macht einen weiteren Schritt hin an die Spitze des Unternehmens.

Samsung steht für 20 Prozent der Wirtschaftsleistung Südkoreas. Sollten die Geschäfte des riesigen Familienunternehmens einbrechen, rutscht das ganze Land in eine Krise. De facto leitet Lee Jae Yong, genannt der “Kronprinz”, bereits das Konglomerat von fast 80 Firmen mit 490.000 Mitarbeitern. Nominell wird Samsung aber noch von seinem seit zwei Jahren schwer kranken Vater Lee Kun Hee geführt. Die Tradition im konservativen Südkorea erschwert es, dass Lee schon zu seines Vaters Lebzeiten die Führungsrolle übernimmt. Der 74 Jahre Lee Kun Hee hatte als Gründersohn die Leitung 1987 übernommen und mit harter Hand Samsung zu einem Giganten im Markt für Verbraucherelektronik entwickelt. Das Elektronikunternehmen ist der wirtschaftliche Kern der Samsung-Gruppe, des grössten familiengeführten Konglomerats (Chaebol) des Landes, das die Lee-Familie durch ein Netz von Beteiligungen kontrolliert. Forbes beziffert das Vermögen des Juniors auf rund 7 Milliarden Euro.

In der ersten Oktoberhälfte hatte Samsung nach nur zwei Monaten das Handy-Spitzenmodell Note 7 vom Markt genommen. Der Betriebsgewinn im Smartphone-Geschäft brach im dritten Quartal 2016 fast komplett ein. Das schlug auch im Gesamtergebnis durch: Der Überschuss ging nach Angaben des Smartphone-Weltmarkführers im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro zurück.

Dutzende Smartphones waren in Brand geraten oder hatten sich überhitzt. Trotz eines Rückrufs konnte Samsung keine fehlerfreien Geräte liefern.

su mit Reuters, dpa