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Anschläge, Erdbeben, politische Beben: Das Jahr 2017

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Anschläge, Erdbeben, politische Beben: Das Jahr 2017

Anschläge, Erdbeben, politische Beben: Das Jahr 2017
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Ein Jahr des Terrors

- Istanbul, in der Neujahrsnacht: ein Usbeke tötet im Nachtclub Reina 39 Menschen – im Namen des IS.

- London, 22. März: Ein Mann tötet mit einem Geländewagen auf der Westminster-Brücke vier Fußgänger und ersticht einen Polizisten, bevor er erschossen wird. Der IS übernimmt die Verantwortung.

- Sankt Petersburg, 3. April. 15 Tote bei einem Selbstmordanschlag in der Metro.

- Stockholm, 7. April. Ein usbekischer Asylbewerber überfährt mit einem Lastwagen fünf Passanten.

- Manchester, 22. Mai. 22 Tote – viele Kinder und Jugendliche – beim islamistischen Selbstmordanschlag auf einem Konzert des Teenie-Stars Ariana Grande.

- London, 3. Juni: Drei Islamisten töten acht Menschen mit einem Lastwagen und mit Messern, bevor sie von der Polizei erschossen werden.

- Barcelona und der Badeort Cambrils, 17. August: Islamisten töten mit einem Lieferwagen und einem Auto 16 Menschen.

- New York, 31. Oktober: Wieder ein Usbeke, ein Pick-up und acht Tote.

- Ägypten wird am 9. April, am Palmsonntag, Zielscheibe des IS: Auf die Sankt-Georg-Kirche in Tanta und die Sankt-Markus-Kathedrale von Alexandria werden Anschläge verübt – mehr als vierzig Tote. Den blutigsten Anschlag gibt es am 24. November im Norden des Sinai: Mehr als dreihundert Menschen werden von Terroristen des IS in einer Moschee getötet.


Ein Jahr der Stürme, Brände, Beben

Harvey fegt im August über Texas hinweg, bringt Überschwemmungen, lähmt die Großstadt Huston und die Ölindustrie, und kostet Dutzende Menschen das Leben.

Atlantik-Hurrikan Irma, einer der schlimmsten in hundert Jahren, verwüstet Anfang September die Karibik-Inseln, Kuba und den Süden Floridas. Auch Irma kostet mehrere Dutzend Menschen das Leben.

Gut zwei Wochen später tötet auf Puerto Rico Wirbelsturm Maria mehr als vierzig Menschen. US-Präsident Trump verteilt bei seinem späten Besuch Papiertücher an Menschen, die nichts zu essen haben.



Gigantische Waldbrände suchen Portugal mehrmals in diesem Jahr heim. Trockenheit, Wind und noch spät im Herbst große Hitze schaffen optimale Voraussetzungen für das Feuer. Auch hier kommen mehrere Dutzend Anwohner zu Tode. Gleiches Bild in Spanien.

Nord-Kalifornien im Oktober: Die tödlichste Waldbrandwelle seiner Geschichte überzieht den US-Bundesstaat. 100.000 Menschen müssen ihre Häuser verlassen, mehrere Dutzend sterben trotz der Sicherheitsmaßnahmen.



Erdbeben in Italien lösen im Januar eine Lawine aus, die in den Bergen das Hotel Rigopiano zertrümmert und unter Schneemassen begräbt. Eine dramatische Suche nach den Opfern beginnt. Neun können lebend aus den Trümmern geborgen werden, für 29 kommt jede Hilfe zu spät.



Im August bebt die Erde auf der Insel Ischia und tötet zwei Menschen. Drei Brüder, darunter ein Baby, können lebend geborgen werden.

In Mexiko gibt es Anfang September ein Erdbeben der Stärke 8,2. Das Epizentrum liegt im Pazifik, betroffen sind die südlichen Bundesstaaten Oaxaca und Chiapas. Zehn Tage später bebt die Erde in Mexiko-Stadt. Bei beiden Naturkatastrophen sterben mehr als 400 Menschen.




Ähnlich viele Tote gibt es nach dem Beben in der Grenzregion zwischen dem Iran und dem Irak Mitte November zu beklagen.


Ein Jahr politischen Umbruchs

Ein politisches Beben erlebt in diesem Jahr Simbabwe. Langzeitpräsident Robert Mugabe wird nach einem unblutigen Militärputsch Mitte November unter Hausarrest gestellt. Eine Woche später, am 21. November, gibt er dem Druck der Armee, seiner Partei, des Parlaments und der Straße nach und lässt seinen Rücktritt bekanntgeben – nach fast vierzig Jahren als Regierungschef und Präsident. Sein langjähriger Gefolgsmann Emmerson Mnangagwa, den Mugabe kurz vor dem Putsch jedoch entlassen hatte, wird Ende November als Präsident vereidigt.



Politischer Umbruch in Frankreich: Im Mai wird Emmanuel Macron Präsident, mit 39 einer der jüngsten Staatschefs Frankreichs und Europas – und mit seiner neuen Bewegung fern der alteingesessenen beiden politischen Lager. Sein erster Besuch führt den Verfechter Europas nach Berlin. Seine europäische Ambitionen enthüllt er Ende September in Paris an der Sorbonne: engerer Zusammenschluss im Sozialen, der Bildung, im Steuerwesen und bei der Verteidigung.



Umbruch oder Weiter so? In Deutschland wird es nach der Bundestagswahl im September für Angela Merkel eine Hängepartie. Nach dem Aufstieg der Rechtspopulisten von der AfD und dem Aus der Gespräche über eine Jamaikakoalition bleiben ihr nur die Sozialdemokraten als Partner, um eine Minderheitsregierung oder Neuwahlen zu verhindern.



Umbruch in Katalonien: Die separatistische Mehrheit im Parlament billigt im September das Gesetz zum Referendum über die Abspaltung von Spanien. Die Opposition hatte kurz zuvor ihre Plätze verlassen. Trotz massiven Drucks von der Regierung in Madrid, von Justiz und Polizei halten die Katalanen am 1. Oktober das Referendum ab – zumindest diejenigen, die wählen gehen… Es kommt zu massivem Einsatz von Gewalt und zum Sieg der Separatisten bei der umstrittenen Abstimmung.

Unsere Insiders-Reportage dazu hier

Am 27. Oktober billigt das katalanische Parlament die Unabhängigkeitserklärung – die Opposition ist wieder schon vorher abgezogen. Am selben Tag stimmt der spanische Senat in Madrid für die Anwendung von Artikel 155 der Verfassung, der Zwangsmaßnahmen gegen eine abtrünnige Region erlaubt. Ministerpräsident Mariano Rajoy verkündet noch am Abend die Auflösung des katalanischen Parlaments, die Entmachtung der Regionalregierung und Neuwahlen in Katalonien am 21. Dezember.




Internationaler Strafgerichtshof für Ex-Jugoslawien schließt

In Den Haag schließt der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in diesem Jahr seine letzten Prozesse ab und beendet damit seine Arbeit. Eines der letzten Verfahren befasst sich mit Ratko Mladic, Ex-Militärchef der bosnischen Serben. Er wird im November wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt. Mladic wird unter anderem des Massakers an bis zu 8.000 bosnischen Männern und Jungen in Srebrenica und der Belagerung Sarajewos für schuldig befunden.