Portugal kommt nicht zur Ruhe: Sturmtief "Leonardo" hat innerhalb einer Woche für viel Chaos gesorgt. Ein Mann kam bereits ums Leben.
Tief "Leonardo" hat in Portugal und Spanien für Chaos gesorgt. Im Süden Portugals wurde ein 70-jähriger Mann in seinem Auto von den Fluten mitgerissen. Die Regierung Portugals hat wegen der verheerenden Stürme mehrere staatlich finanzierte Infrastrukturprojekte vorerst ausgesetzt, um Arbeitskräfte für Hochwasserschutz frei zu machen.
Parallel prüft die Regierung, wie zusätzliche Arbeitskräfte – auch aus dem Ausland – in die Hilfseinsätze eingebunden werden können.
Montenegro: Krise "von beispiellosem Ausmaß"
Premierminister Luís Montenegro sprach von einer außergewöhnlichen Lage. Seit dem 28. Januar sei Portugal mit einer Katastrophe konfrontiert, die sich durch weitere Starkregenfälle noch verschärfe. Er stellte klar: Die Folgen würden einen langen und anspruchsvollen Wiederaufbau erfordern.
Lage auch in Spanien angespannt
"Leonardo"bhat nicht nur in Portugal, sondern auch in Südspanien schwere Folgen. Besonders betroffen ist Andalusien: Dort mussten nach Medienberichten tausende Menschen wegen drohender Überschwemmungen in Sicherheit gebracht werden. Schulen blieben geschlossen, Bahn- und Straßenverkehr waren teils stark beeinträchtigt.
Spaniens nationaler Wetterdienst senkte am Donnerstag allerdings die Alarmstufen. Zugleich warnte er: Es werde zwar weniger stark regnen, aber in bereits Regen-gesättigten Gebieten werde sich das Wasser noch ansammeln, es könne zu Überschwemmungen kommen.
Todesopfer in Portugal – Vermisste in Málaga
In Portugal kam ein Mann ums Leben, nachdem er in der Gemeinde Serpa mit seinem Auto in Wassermassen geraten war. In der Region Málaga wird zudem weiter nach einer jungen Frau gesucht. Sie wurde demnach von den Wassermassen mitgerissen, als sie versuchte, ihren Hund aus dem Fluss Turvilla zu retten.
„Leonardo“ trifft Portugal in einer ohnehin angespannten Lage. Das Land leidet laut Berichten noch unter den Folgen des vorherigen Sturms „Kristin“: Allein dadurch seien bereits mehrere Menschen ums Leben gekommen. Insgesamt stieg die Zahl der Todesopfer infolge der Sturmserie seit der vergangenen Woche auf elf.
Auch politische Folgen zeichnen sich ab: In Portugal forderte der rechtspopulistische Präsidentschaftskandidat André Ventura eine Verschiebung der für Sonntag geplanten Stichwahl.
Der staatliche Sender RTP verwies jedoch auf das Wahlgesetz: Eine Verschiebung sei nicht landesweit möglich, sondern nur in besonders betroffenen Gemeinden.
Wirtschaftsminister Manuel Castro Almeida bezifferte die Schäden durch den Extremsturm "Kristin" aus der vergangenen Woche auf mehr als vier Milliarden Euro. Für die kommenden Tage werden weitere Unwetter befürchtet.