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Griechenland schränkt Scharia-Recht ein

Griechenland schränkt Scharia-Recht ein
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Von Johannes Pleschberger
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In der griechischen Region West-Thrakien gilt das islamische Recht in Zukunft nur noch, wenn beide Streitparteien zustimmen.

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Griechenland ist das einzige Land der EU, in dem die Scharia-Gesetzgebung eingeschränkt gültig ist, und zwar in der an die Türkei grenzenden Region West-Thrakien. Doch jetzt hat das Parlament in Athen mit großer Mehrheit die Rechte muslimischer Geistlicher (Muftis) begrenzt. Diese dürfen in Zukunft nur noch dann nach islamischem Recht entscheiden, wenn alle Beteiligten zustimmen. Sonst geht der Fall an die griechische Justiz.

Mustafa Mustafa, Muslimischer Abgeordneter im Parlament: *"Obwohl wir definitiv die vollständige Abschaffung der Scharia und der Gerichtsbarkeit der Mufti wollen, sind wir der Meinung, dass dies ein großer Schritt für unsere muslimische Gemeinschaft ist, um die Last der Vergangenheit loszuwerden und um unseren Mitbürgern wirklich gleichwertig zu sein". *

Scharia-Gesetzgebung betrifft Familien- und Erbschaftsrecht

Über 100.000 Muslime leben in der griechischen Region West-Thrakien als Minderheit. Bisher waren für sie ausschließlich muslimische Geistliche für Familien- und Erbschaftsrecht zuständig und entschieden etwa, wer das Sorgerecht nach einer Scheidung erhält und wer nach einem Todesfall erbt.

Halil Jihat, Professor für Islamwissenschaft (Aristoteles-Universität Thessaloniki): *"Ich glaube, dass Griechenland zu Unrecht für die Anwendung der Scharia verurteilt wird, vor allem wegen der Fehlinformation durch die Medien, die nicht über das volle Wissen verfügen, aber häufig verallgemeinernde, negative und ängstliche Positionen einnehmen, wenn sie das Wort Scharia hören". *

Menschenrechtsorganisationen, hingegen, sehen besonders Frauen unter dem Scharia-Recht im Nachteil. Außerdem geraten immer wieder muslimische Ehen zwischen griechischen Minderjährigen in die Schlagzeilen. An eine vollständige Abschaffung der Scharia denkt Athen derzeit jedoch nicht. Die Tradition der muslimischen Minderheit solle respektiert werden, so die Regierung.

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