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Flüchtlinge verkaufen deutsche Papiere auf Facebook - 554 illegale Einreisen 2017

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Flüchtlinge verkaufen deutsche Papiere auf Facebook - 554 illegale Einreisen 2017

Flüchtlinge verkaufen deutsche Papiere auf Facebook -  554 illegale Einreisen 2017
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ARCHIV - REUTERS/Ralph Orlowski
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Laut dem deutschen Innenministerium hat die Polizei 2017 insgesamt 554 Einreisen nach Deutschland mit falschen Papieren aufgedeckt.

Doch SPIEGEL ONLINE berichtet, dass offenbar immer mehr Flüchtlinge ihre deutschen Papiere im Internet anbieten. SPIEGEL erzählt die Geschichte eines Syrers, der frustriert in sein Heimatland zurückgekehrt ist. Von einem Schleuser in Griechenland bekam er den Tipp, er könne seine deutschen Papiere doch verkaufen. Daraufhin hat er die Unterlagen an seinen Cousin in Deutschland geschickt, der sie für 1.500 Euro an einen Fremden verkauft hat.

Mithilfe der arabischsprachigen Redaktion haben wir ganz leicht Facebook-Seiten gefunden, auf denen Geflüchtete nach Papieren suchen - und andere Papiere anbieten. Es gibt offenbar auch Whatsapp-Gruppen, in denen Verkäufer mit Interessenten kommunizieren. Da werden deutsche Dokumente für 1.400 Dollar angeboten.

Das deutsche Innenministerium erklärt gegenüber euronews zum Problem der "verkauften Dokumente": "Allgemein ist das Phänomen in zahlreichen europäischen Ländern bekannt und wird daher auch in den entsprechenden Gremien und Institutionen auf EU-Ebene in einem engen Zusammenwirken mit den betroffenen Ländern erörtert. Die deutschen Auslandsvertretungen arbeiten dabei eng mit den jeweiligen Innenbehörden zusammen. Die abhandengekommenen Dokumente werden in entsprechenden Fahndungsdateien ausgeschrieben. Die Identität der betroffenen Personen wird sorgfältig überprüft."

Die Pressestelle des BMI (Bundesministerium des Innern) hat auch die Top-5 jener Länder, von denen die in den Jahren 2017 missbräuchlich genutzten Grenzübertrittsdokumente ausgestellt wurden. Es waren 100 Fälle mit Papieren aus Deutschland, 99 aus Italien, 52 aus Frankreich, 32 aus Schweden, aus Griechenland und Belgien je 27.

Tatsächlich werden zwar bei der Einreise nach Deutschland Fingerabdrücke genommen. Aber dass diese später nochmals überprüft werden, ist eher unwahrscheinlich.

Selbst wenn die Flüchtlinge, die ihre Papiere verkauft haben, nach Deutschland zurück wollten, sagen sie offenbar, sie hätten ihre Dokumente verloren - und beantragen Ersatz.