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Prozess wegen Missbrauch: Vatikan-Finanzchef muss vor Gericht

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Copyright  AAP/James Ross/via REUTERS
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Von Euronews mit dpa, reuters, afp
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Kardinal George Pell muss sich wegen Missbrauchsvorwürfen einem Prozess stellen. Der bisherige Vatikan-Finanzchef weist alle Anschuldigungen zurück.

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Die australische Justiz hat entschieden, nach monatelangen Vorprüfungen ein Hauptverfahren gegen den bisherigen Finanzchef des Vatikans, Kardinal George Pell, wegen Missbrauchsvorwürfen zu eröffnen. Dieser muss sich nun also einem Prozess stellen. Er musste zur Bekanntgabe der Entscheidung vor das Amtsgericht Melbourne treten.

Der Vertraute von Papst Franziskus wird schon seit längerer Zeit verdächtig, sich als junger Pfarrer und später als Erzbischof in Australien an mehreren Jungen vergangen zu haben.

Der Kardinal ist damit weltweit der bislang ranghöchste katholische Kirchenvertreter, der sich wegen des Vorwurfs des Kindesmissbrauchs vor Gericht verantworten muss.

Pell selbst weist jegliche Schuld von sich. Wann der Prozess genau starten soll, stand zunächst nicht fest - dieser könnte aber lange dauern.

Inoffizielle Nummer Drei des Vatikans

Beobachtern zufolge ist es höchst unwahrscheinlich, dass der 76-Jährige seinen Posten im Kirchenstaat, von dem er sich beurlauben ließ, nach der jetzigen Entscheidung weiterführen wird. Er galt lange als inoffizielle Nummer Drei des Vatikans.

Was genau dem Kardinal vorgeworfen wird, haben die australischen Behörden bislang noch nicht detailliert erklärt. Es soll aber mehrere Kläger geben. Offiziell ist von länger zurückliegenden Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs die Rede. Der Papst wollte sich zu dem Fall bis jetzt auch nicht äußern.

In Medienberichten wird Pell unter anderem vorgeworfen, sich in den 1970er Jahren in einem Kino an einem Jungen vergangen zu haben. Außerdem soll er den Berichten zufolge zwei weitere Jungen in einem Pool sexuell belästigt haben.

Nach Angaben einer australischen Kommission sollen zwischen 1950 und 2015 Zehntausende Kinder in Australien Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sein, und das oft in Kircheneinrichtungen. Aber auch in Schulen, Sportvereinen und Jugendeinrichtungen.

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