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Kindesmissbrauch: massive Vorwürfe gegen Australiens katholische Priester

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Kindesmissbrauch: massive Vorwürfe gegen Australiens katholische Priester

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Fünf Jahre hat eine Kommission in Australien Fälle von Kindesmissbrauch untersucht, jetzt hat sie ihren Abschlussbericht vorgelegt. Demnach sollen Zehntausende Kinder seit den 50er-Jahren Opfer sexueller Gewalt geworden sein. Die Täter: meistens Männer in Schulen oder Sportvereinen; ein großer Teil aber auch in der katholischen Kirche.

Das Thema ist so groß, dass sich auch Premierminister Malcom Turnbull damit beschäftigt: "Ich möchte den mutigen, noch lebenden Opfern und ihren Familien danken, die ihre abscheulichen Geschichten zum Teil erstmals in ihrem Leben erzählt haben, Geschichten von Missbrauch durch Menschen, die ihnen eigentlich Liebe und Schutz bieten sollten."

Inzwischen hat sich die katholische Kirche entschuldigt. Der Forderung der Kommission, das Beichtgeheimnis im Fall von Kindesmissbrauch und das Zölibat zu lockern, will die Kirche aber nicht nachkommen. "Sie haben uns nicht geglaubt", erzählt eine Frau, die einst als Kind Opfer sexuellen Missbrauchs war. "Sie wollten nicht, dass wir darüber sprechen. Die Kirchen, gemeinnützige Einrichtungen und andere Institutionen haben Druck ausgeübt, dass man uns zu Lügnern erklärt. Aber die Kommission hat uns erlaubt, an die Öffentlichkeit zu gehen."

Zuletzt hatte der Fall von Kardinal George Pell die Menschen in Australien erschüttert. Dem Vertrauten von Papst Franziskus wird vorgeworfen, mehrere Kinder missbraucht zu haben. Pell streitet das ab. Der Prozess gegen ihn wird im März fortgesetzt.