Auch an der Tagesordnung morgen am Gipfel in Sofia: die schlechte Infrastruktur am Westbalkan.
Am Westbalkangipfel will die EU Ländern wie Mazedonien eine Perspektive aufzeigen. Ganz oben an der Tagesordnung: Die Frage der Infrastruktur. Denn die Wirtschaftslage am Westbalkan ist am Stocken. Und einer der Gründe dafür sind die schlecht ausgebauten Straßen. Ein Lokalaugenschein.
LKW-Fahrer Ivica Nedelkov weiß wovon die Rede ist. "Unsere Straßen, auf einer Skala von 1 bis 5, sind bei 1, also schrecklich. In der EU sind gewöhnliche Landstraßen besser als diese hier. Unsere Straßen sind voller Löcher."
Entlang der Straße haben wir eine Gruppe französischer Radfahrer getroffen. Auch sie haben den Qualitätsunterschied auf den Straßen bemerkt.
Guillaume: "Die Straßen hier sind zum Teil gefährlich. Es gibt keinen Platz zum Überholen oder Vorbeifahren und die Tunnel sind nicht beleuchtet. Deshalb weichen wir oft auf Nebenstraßen aus."
Auch Grenz-Wartezeiten und Flüchtlinge sorgen für Ärger
Neben der schlechten Infrastruktur sorgen laut LKW-Fahrer Nedelkov auch die Wartezeiten an den Grenzen für Ärger:"5, 6, 7 oder sogar 8 Stunden zu warten, um eine Grenze von 500 Metern zu überschreiten, das ist unsinnig."
Auch Flüchtlinge, die über den Balkan in die Europäische Union wollen, können für LKW-Fahrer ein Problem darstellen, sagte Nedelkov: "Ein Kollege hat aufgrund von Flüchtlingen eine Geldstrafe von 2 oder 3.000 Euro erhalten. Und das obwohl er unschuldig war. Während der Wartezeit an der Grenze sind Migranten in seinen Lastwagen gestiegen und er wurde daraufhin von den Kroaten bestraft. Das ergibt keinen Sinn. Es war nicht seine Schuld."
Mazedonische Unternehmen nicht wettbewerbsfähig
Seit Jahren versuchen ausländische Investoren, wie die EU, Russland oder China, die mazedonische Infrastruktur auf Vordermann zu bringen. Doch es gibt noch viel Arbeit.
Biljana Muratovska (Logistikverband): "All diese Probleme, die wir in Mazedonien haben, der Verkehr aber auch die anderen infrastrukturellen Probleme. All das hat direkten Einfluss auf die Transportkosten für die Logistikunternehmen, die dadurch auf europäischem Niveau nicht wettbewerbsfähig sind."
Eines der wichtigsten Ziele der Europäischen Integration ist es, für einen effizienten Personen- und Warenverkehr zu sorgen. Dabei scheint die Verbesserung der mazedonischen Straßeninfrastruktur die größte Herausforderung zu sein.