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Nach fast 70 Jahren: Fraktionsehe auf dem Prüfstand

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Nach fast 70 Jahren: Fraktionsehe auf dem Prüfstand

merkel, seehofer
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REUTERS/Hannibal Hanschke/File Photo
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Horst Seehofer und Angela Merkel sind nicht zum ersten Mal auf politischem Konfrontationskurs. Konfliktscheu hat sich der frühere bayrische Ministerpräsident und heutige Bundesinnenminister in der Union selten gezeigt. Meist aber lief es auf eine innerparteiliche Verständigung hinaus. Seehofer musste sich dafür manches Mal mangelnde Glaubwürdigkeit vorwerfen lassen - auch innerhalb der CSU. Parteifreunde werfen ihm schon länger einen manchmal autokratischen Führungsstil vor.

Matthew Karnitschnig ist Chef-Korrespondent für Europa bei POLITICO. Er sagte in Berlin gegenüber Euronews-Korrespondentin Jessica Saltz:

"Ich denke, es herrscht definitiv Uneinigkeit innerhalb der CSU, welcher Weg eingeschlagen werden soll. Unter den Hardlinern fand Seehofers Kurs sicherlich Anerkennung. Als es aber gestern auf das Ende des Ultimatums zuging, wuchs die Betroffenheit auch innerhalb der CSU. Und viele fragten sich, was da eigentlich gerade passiert. Man war wohl der Ansicht, dass es etwas mehr Zeit bräuchte, mindestens eine Nacht, um sich mit Kanzlerin Merkel zusammenzusetzen und einen Kompromiss zu erörtern."

Als Bundesminister für Inneres, Bau und Heimat trägt Seehofer viele Verantwortungsbereiche. Seinen Fokus legte er aber seit Beginn seiner Amtszeit auf die Flüchtlingspolitik. Der darüber eskalierende Streit könnte die vierte Regierung Merkel nach nur gut 100 Tagen beenden. Ferner droht nach fast 70 Jahren die Scheidung der Fraktionsehe von CDU und CSU im Bundestag.