In Nicaragua haben Sicherheitskräfte begonnen, Barrikaden in einem Vorort von Masaya, einer Hochburg der Proteste gegen Präsident Daniel Ortega, zu räumen. Im Konflikt um eine geplante Sozialreform kamen laut Menschenrechtlern bereits mehr als 300 Menschen ums Leben
In Nicaragua haben Sicherheitskräfte begonnen, Barrikaden in einem Vorort von Masaya, einer Hochburg der Proteste gegen Präsident Daniel Ortega, zu räumen. Es seien Schüsse gefallen, so Menschenrechtsgruppen, während die Polizei und bewaffnete Zivilisten das Gebiet umstellten.
Gleichzeitig kursierten Amateurvideos, die offenbar Jugendliche zeigen, wie sie selbstgebastelte Granaten verschießen.
UN-Generalsekretär António Guterres hat zum erstenmal ausdrücklich einen sofortigen Stopp der Gewalt in Nicaragua gefordert. Es sei nicht akzeptabel, dass es Tote in dem mittelamerikanischen Land gebe, sagte Guterres. Der Friedensdialog müsse wieder aufgenommen werden, um die Krise zu lösen.
Rupert Colville, Büro des Hohen UN-Kommissars für Menschenrechte:
"Der entsetzliche Verlust an Menschenleben muss aufhören - sofort. Die Gewalt ist umso entsetzlicher, als bewaffnete regierungstreue Elemente mit aktiver oder stillschweigender Unterstützung der Polizei und anderer staatlicher Behörden operieren."
Bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften, regierungsnahen
Paramilitärs und Regierungsgegnern kamen nach Angaben von
Menschenrechtlern bereits mehr als 300 Menschen ums Leben – 10 allein am Sonntag. Die Regierung spricht von rund 50 Toten.
Der nun fast drei Monate andauernde Konflikt in dem
mittelamerikanischen Land hatte sich an einer geplanten Sozialreform entzündet.
su mit dpa