US-Präsident Donald Trump soll Militärs angewiesen haben, Pläne für eine Invasion Grönlands zu skizzieren. Deutschland kontert das offenbar mit Vorschlägen für eine Nato-Mission in der Arktis.
Im Doppelpack in Washington, D.C.: Für Außenminister Johann Wadephul (CDU) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) stehen heute intensive Gespräche an. Wadephul trifft US-Senator Marco Rubio, um über Russland, Venezuela und den Iran zu sprechen – letzterer droht offenbar mit Angriffen auf US- und israelische Militärstützpunkte.
Gleichzeitig verschärft sich der Druck auf das Mullah-Regime: US-Präsident Donald Trump soll Politico zufolge mögliche Angriffe auf den Iran prüfen, darunter Cyberattacken und Militärschläge.
EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas zeigt sich offen für neue Sanktionen gegen Teheran. "Ich bin bereit, zusätzliche Sanktionen als Antwort auf die brutale Unterdrückung von Demonstranten vorzuschlagen", erklärte sie der Welt.
Am Rande der Gespräche zwischen Wadephul und Rubio dürfte es auch um Grönland gehen. Laut einem unbestätigten Bericht der britischen "Daily Mail" vom Sonntag soll Trump US-Militärkommandeure gebeten haben, eine mögliche Invasion der Insel zu skizzieren. Deutschland plant indes offenbar, eine NATO-Mission in der Arktis vorzuschlagen, wie Bloomberg berichtet. So sollen Spannungen entschärft werden.
Vor seinem Treffen mit Rubio betonte Wadephul: "Zu unserer Verantwortung gehört gerade die Sicherheit im Nordatlantik, dessen Namen die NATO nicht nur im Namen trägt, sondern der auch für unsere gemeinsame Sicherheit strategisch so wichtig ist." Für den Außenminister scheint ein Aufgeben Grönlands undenkbar.
Auf dem Weg nach Washington machte Wadephul einen Zwischenstopp in Island, etwa 300 Kilometer von Grönland entfernt.
Washingtons Anti-China-Allianz
Zeitgleich landete auch Finanzminister Klingbeil in der isländischen Hauptstadt Reykjavik. Beide reisen mit separaten Maschinen, da ihre Programme unterschiedlich sind, wie das Auswärtige Amt dem Tagesspiegel erklärte. Wadephul bleibe länger in den USA als Klingbeil. Nach seinem Treffen mit Rubio reist er weiter nach New York , um unter anderem UN-Generalsekretär António Guterres zu treffen.
Klingbeil hingegen reist auf Einladung von US-Finanzminister Scott Bessent in die Vereinigten Staaten. In der US-Hauptstadt kommen die G7 zusammen, ebenso wie Kollegen weiterer Industrienationen wie Mexiko und Südkorea. Thema der Gespräche sollen seltene Erden sein, doch über die konkreten Inhalte herrscht in Deutschland noch Unsicherheit.
Es geht auch um Seltene Erden
Möglicherweise wollen die USA eine Allianz gegen China aufbauen: Die Volksrepublik hat bei Gewinnung und Verarbeitung seltener Erden mittlerweile ein Quasi-Monopol, was ihr ermöglicht, US-Zölle durch Exportbeschränkungen zu kontern.
Für die Vereinigten Staaten könnte Grönland auch deshalb interessant sein. Nach China verfügt die Insel über die größten bekannten Vorkommen Seltener Erden, geschätzt zwischen 36 und 42 Millionen Tonnen. SPD-Chef Klingbeil betonte bereits vor der Reise, dass er Grönland zur Seite stehen wolle und das Thema bei jeder Gelegenheit ansprechen werde, so das RND.
Deutschland begrüßt grundsätzlich, dass die USA die Versorgung mit kritischen Rohstoffen international vorantreiben, solange dies nicht mit Alleingängen wie einer möglichen Annexion Grönlands verbunden ist. Deutschland selbst gilt als rohstoffarm und ist auf Importe angewiesen. Für die Wirtschaft ist der Zugang zu Metallen wie Neodym entscheidend.
Die Bundesregierung teilt das Ziel, die Abhängigkeit von China zu reduzieren, kritisiert jedoch den konfrontativen Kurs der US-Regierung. Statt wirtschaftlicher Abschottung setzt Berlin auf breit gefächerte Handelsbeziehungen. Skeptisch gesehen werden auch US-Pläne für staatlich gestützte Mindestpreise und neue Zölle, da sie die Gefahr einer neuen Abhängigkeit bergen.