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Ausstellung "Soviet Invasion" in Prag

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Ausstellung "Soviet Invasion" in Prag

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Im Altstädter Rathaus in Prag erinnert eine Fotoausstellung an den Einmarsch der Soldaten des Warschauer Paktes vor 50 Jahren. Allein vor dem Rundfunk starben an diesem Tag 17 Menschen.

Kuratorin Dana Kyndrova sagt: "Ich erinnere mich genau. Es war ganz schlimm, besonders vor dem Rundfunkgebäude. Wir waren auf der Straße. Die Panzer, die Soldaten, wir hatten Angst, dass sie auf uns schießen würden. Wir fingen zu rennen an, mein Vater schrie, schnell nach Hause, schnell nach Hause, wir rannten um unser Leben."

Mit dem Einmarsch einer halben Million Soldaten des Warschauer Paktes wurde die Demokratiebewegung des Prager Frühlings niedergeschlagen.

Der Fotograf Joseph Koudelka schmuggelte damals seine Aufnahmen ins Ausland. Er erklärt: "Es war völlig unwichtig, ob man Kommunist war oder nicht, Intellektueller oder Arbeiter. Einzig wichtig war: Es waren die gegen uns. Meine Bilder sind wichtig, denn sie zeigen, dass wir als eine Nation zusammenstanden."

"Soviet Invasion" ist der Titel der Ausstellung, die sich über zwei Stockwerke erstreckt. Auch in anderen Ländern wie Polen, China und Russland werden die Fotos Koudelkas zum Gedenken an den Einmarsch vor 50 Jahren gezeigt.

Historiker beziffern die Zahl der von August bis Dezember 1968 getöteten Tschechen und Slowaken auf insgesamt 137. Bis zum Abzug der Sowjets 1991 kamen mehr als 400 Menschen ums Leben.